Wie vergrößerte Hämorrhoiden durch Stress ausgelöst werden


In der Arbeit stapeln sich die Aufgaben, Kinder und Partner fordern Ihre Aufmerksamkeit und wenn Sie einmal Zeit haben, schieben Sie noch eine Jogging-Runde ein – klingt stressig. Dabei ist das ein Zustand, der in unserem modernen Leben gar nicht mehr so selten ist – und das fordert über kurz oder lang seinen Tribut. Der Köper reagiert auf dauerhaften Stress sowohl geistig als auch körperlich: Wir fühlen uns müde und ausgelaugt, die Konzentration lässt nach. Doch ebenso sind Bluthochdruck oder Magen-Darm-Erkrankungen möglich.

Aber was hat das nun mit Hämorrhoiden zu tun? Zunächst einmal können diese nicht direkt durch Stress ausgelöst werden – aber durch eine Art Kettenreaktion. So ist es möglich, dass wir aufgrund von Stress beziehungsweise Zeitmangel

  • zu unausgewogen sowie ballaststoffarm essen,
  • zu hastig unsere Mahlzeit verspeisen und/oder
  • zu wenig aktiv sind (Bewegungsmangel).

All diese Faktoren nehmen mitunter jedoch Einfluss auf die Verdauung. Wird diese träge, verbleibt der Nahrungsbrei zu lange im Darm. Dadurch wird ihm vermehrt Wasser entzogen und der Stuhlgang erhärtet sich – es kommt zu einer Verstopfung. Lange Sitzungen auf der Toilette sowie starkes Pressen sind häufig die Folge, was dazu führen kann, dass die Hämorrhoiden anschwellen und nach außen treten. Typische Symptome wie Jucken und Brennen, aber auch Blut am Toilettenpapier machen auf das Problem aufmerksam. Vergrößerte Hämorrhoiden sind somit indirekt durch Stress ausgelöst worden.

Darüber hinaus gibt es noch einen anderen Zusammenhang: Ist das Gehirn stark mit der psychischen Belastung beschäftigt, kann sich diese auf den Magen und Darm ausweiten. Das liegt daran, dass Gehirn und Verdauungstrakt (auch Bauchgehirn genannt) in enger Beziehung zueinanderstehen und mitunter wichtige Informationen austauschen. Das hat jedoch nicht nur positive Effekte. Durch den Stress ist es möglich, dass es zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Blähungen, Verstopfung und Durchfall kommt. Und das ermöglicht wiederum das Anschwellen der Hämorrhoiden.

Die Rolle von Übergewicht bei Hämorrhoidalleiden


Dass Übergewicht Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Bluthochdruck zur Folge haben kann, ist den meisten bekannt. Doch Hämorrhoidalleiden? Ja, durchaus. Denn das hohe Gewicht belastet den Beckenboden, was wiederum Druck auf den Enddarm ausübt. Folglich wird die Blutzirkulation behindert und die am After befindlichen Gefäßpolster erweitern sich – sprich, die Hämorrhoiden werden größer. Da Frauen von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe besitzen, sind sie von übergewichtsbedingten Hämorrhoidalleiden öfter betroffen.

Übrigens: Auch bei einer Schwangerschaft ist es unter anderem das hohe Gewicht – von Gebärmutter und Kind –, welches auf den Darmbereich drückt. Hämorrhoidalleiden sind während einer Schwangerschaft daher eine recht häufige Beschwerde.

Weitere Auslöser von Hämorrhoiden


Vergrößerte Hämorrhoiden können nicht nur indirekt durch Stress bedingt sein, es gibt noch weitere Faktoren, die mitunter eine Rolle spielen. Das sind zum Beispiel:

  • Ein übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln macht den Stuhl flüssig. Mitunter reizt dies die Hämorrhoiden und sie schwellen an.
  • Altersbedingt lässt mitunter die Elastizität der Gefäßwände nach, wodurch sie sich krankhaft erweitern.
  • Für eine Bindegewebsschwäche ist möglicherweise auch eine genetische Veranlagung verantwortlich.
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Während Sie keinen Einfluss auf Ihre Gene und das Alter haben, können Sie gegen die anderen Auslöser jedoch durchaus etwas unternehmen.

Unser Tipp: Nehmen Sie Ihre Lebensgewohnheiten unter die Lupe


Beispielsweise sollten Sie, um Hämorrhoiden durch Stress zu vermeiden, für Entspannung und den nötigen Ausgleich sorgen. Das können feste Zeitfenster sein, in denen Sie sich nur um sich kümmern, ein Buch lesen oder einen Spaziergang machen. Aber auch Yoga oder Meditation sind bewährte Maßnahmen gegen Stress.

Beim Essen ist es wichtig, sich künftig ebenfalls mehr Zeit zu lassen. Das heißt: in Ruhe und mit Genuss essen! Setzen Sie außerdem auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vermehrt Obst, Gemüse und Vollkornprodukten – diese sind ballaststoffreich und sorgen für einen weichen Stuhlgang. Wenn Sie einem Job nachgehen, bei dem Sie viel sitzen, nutzen Sie jede Gelegenheit zum Aufstehen und machen Sie mittags einen Spaziergang. Ihre Verdauung wird Ihnen die regelmäßige Bewegung danken.

Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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