Hämorrhoiden-OP: Die ambulante THD-Methode

Manchmal führt kein Weg mehr an einer Operation vorbei: Bei Menschen, die an stark vergrößerten Hämorrhoiden leiden, ist eine operative Behandlung oftmals notwendig. Wir stellen Ihnen eine der chirurgisch sanftesten Techniken vor – die THD-Methode.1

Ärzte führen Hämorrhoiden-OP mit der THD Methode durch.

Im Überblick:



THD: Vor- und Nachteile der Methode

Chancen:

  • ohne Gewebeeinschnitte
  • keine großen Wunden; lediglich Nahtstiche müssen ausheilen
  • schnelle Durchführung (circa 30 Minuten2)
  • schmerzfrei bis -arm (Druckgefühl möglich)
  • ballaststoffreiche Kost direkt wieder erlaubt
  • Schließfunktion des Afters bleibt unbeeinträchtigt
  • ambulanter Eingriff (ohne anschließenden Klinikaufenthalt)
  • für Hämorrhoiden ab dem zweiten Grad anwendbar2

Risiken:

  • Nachblutungen denkbar
  • unter Umständen vorübergehende Blasenstörung
  • Schmerzen, wenn die Naht versehentlich im empfindlichen Analhautbereich liegt1

Was ist die THD-Methode

Hinter der THD-Methode steckt die abkürzende Bezeichnung für Transanale Hämorrhoiden-Dearterialisation mit Dopplersonde. Es handelt sich bei ihr um eine sogenannte RAR-Methode. RAR steht dabei für die englischen Wörter recto anal repair. Was in etwa so viel bedeutet wie Wiederherstellung des Afterbereichs.

Die Idee der THD-Methode ist folgende: Anstatt die veränderten Hämorrhoiden herauszuschneiden, wird zuerst die Blutzufuhr im Mastdarm, oberhalb der Linea dentata, unterbunden. Der Operateur rafft anschließend mit Nähten das Hämorrhoidengewebe, sodass er es wie bei einem Lifting nach oben ziehen kann und es dicht an der Schleimhaut anliegt. Anwendung findet das Verfahren vor allem bei Hämorrhoiden zweiten und dritten Grades , es ist in manchen Fällen jedoch auch im vierten Stadium möglich.1

Linea dentata – die „Schmerzgrenze“ des Enddarms

Zwischen der unempfindlichen Schleimhaut des Mastdarms und der sensiblen Haut des Afterkanals befindet sich die sogenannte Linea dentata – ein Bereich mit zähnchenartigen Falten (dentata = „gezahnt“). Die unterhalb der Linie liegende hochsensible Analhaut ermöglicht eine Unterscheidung zwischen Gasen sowie weichem und festem Stuhl. Für den Operateur ist die Linie während der Durchführung der THD-Methode eine wichtige Orientierungsmarke.


Erfolgt das Verfahren immer ambulant? In den meisten Fällen ist bei dieser Hämorrhoiden-OP kein anschließender Krankhausaufenthalt nötig. Selten erfordert der Eingriff jedoch einen kurzen Verbleib in der Klinik.2 Grund dafür ist beispielsweise das Bestehen von zusätzlichen Leiden wie Analfisteln oder Analfissuren. Vor jeder Operation bespricht der behandelnde Arzt mit Ihnen, wie schnell Sie voraussichtlich wieder nach Hause gehen können.

Vielleicht möchten Sie auch noch wissen, ob die THD-Methode schmerzhaft ist? In der Regel lautet die Antwort hierauf nein. Denn obwohl die im folgenden beschriebenen Operationsschritte in einem schmerzunempfindlichen Bereich des Enddarms erfolgen, ist die Operation für den Betroffenen nicht mit Schmerzen verbunden. Der Grund dafür ist, dass der Patient in Vollnarkose liegt oder der zu operierende Bereich örtlich betäubt ist.


THD-Operation: Wie lange dauert die Heilung?

Die Methode verzichtet auf Schnitte. Vielmehr kommt es zu mehreren feinen Stichen in das Gewebe der Hämorrhoiden. Mit anderen Worten ist nach dieser Operation keine größere Wunde vorhanden. Die Heilung erfolgt daher verhältnismäßig schnell – jedoch von Patient zu Patient unterschiedlich.2


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Ablauf der THD-Methode

Der Operateur führt in den After ein spezielles Proktoskop mit integrierter Ultraschallsonde (Dopplerproktoskop) und Nadelhalter ein. Dieses Gerät erlaubt über Ultraschall eine exakte Positionsbestimmung der Arterien, die die Hämorrhoiden mit Blut versorgen.

Die Arterien werden oberhalb der Linea dentata mithilfe des Proktoskops mit chirurgischem Nahtmaterial umstochen und abgenäht. Dadurch kommt es zu einer Abbindung – weniger Blut gelangt in die Gefäße. Der Gefäßdruck sinkt und das jeweilige Hämorrhoidenpolster schrumpft.

Bis hierher ist der OP-Ablauf identisch mit dem HAL-Verfahren (Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur). Die THD-Methode geht jedoch noch einen Schritt weiter: Der Operateur sticht nach und nach – von der ersten Naht („Basisstich“) in Richtung Afterausgang gehend bis zur Linea dentata1 – in das vergrößerte und hervorfallende Schleimhautgewebe.

Danach schneidet der Mediziner den Faden ab, damit er diesen – zur Köpermitte hin – bis zum Basisstich verknoten kann. Das Verknoten erfolgt über die Schlaufen (Umstechungen), die zuvor um die Arterie gelegt wurden. Mit einem anschließenden Zug am Faden kommt es zu einer Raffung nach oben beziehungsweise nach innen und das vergrößerte Gewebe gelangt so an die anatomische Ursprungsstelle, oberhalb der Linea dentata, zurück.1

THD-Methode: Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Damit der Erfolg der THD-Methode möglichst lange anhält und ein Wiederauftreten des Hämorrhoidalleidens verhindert wird, sind einige Punkte im Hinblick auf die generelle Lebensweise zu beachten. Beispielsweise:

Diese Punkte fördern die Darmtätigkeit und führen zu einer idealen, weichen Kotkonsistenz. Das ist von Bedeutung, denn Hämorrhoiden vergrößern sich oftmals durch zu großen Druck auf die Gefäße. Dazu führen unter anderem:

  • harter Stuhlgang,
  • Verstopfung, unnötig langes Sitzen auf der Toilette,
  • das Einhalten von Kot oder
  • übermäßiges Pressen während der Stuhlentleerung (Defäkation).
  • Diese Ursachen können bewirken, dass zu viel Blut in die Schwellkörper fließt. Mit der Zeit gibt das Gewebe dem Druck nach und weitet sich. Die Hämorrhoiden vergrößern sich immer mehr und erschweren das Passieren des Stuhlgangs. Verletzungen der Gefäßpolster, Blutungen, Nässen und Schmerzen sind meist die Folge. Dagegen erleichtert weicher Stuhl das Abführen erheblich und ruft keine Reizungen im Verdauungstrakt hervor.

    Wann ist Sport wieder erlaubt?

    Diese Fragen gilt es von Patient zu Patient anders zu beantworten. Grundsätzlich kommt es bei der THD-Methode jedoch zu keinen offenen Wunden am Körper, sodass sich Sport in vielen Fällen relativ schnell wieder betreiben lässt.1 Ab wann genau, sollten Sie jedoch immer mit dem behandelnden Arzt besprechen. Denkbare Nachblutungen sind nur eine der möglichen Begründungen dafür, weshalb Sie die Empfehlung erhalten könnten, noch etwas mit dem Sport zu warten.

    Carolin Stollberg
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    Regina Lopes Bombinho Brandt
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