Bei Hämorrhoiden: Krankschreibung, Heilungsdauer und Co.

29. Oktober 2018
7 Min.

Betroffene, denen eine Hämorrhoiden-OP bevorsteht, stellen sich zahlreiche Fragen: Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben? Und wie lange bin ich danach noch krank? Darf ich anschließend alles essen oder gibt es eine spezielle Ernährung nach der Hämorrhoiden-OP? Wir beantworten häufige Fragen zum Thema Krankschreibung, empfohlene Lebensmittel danach und Heilungsdauer.

Arzt füllt Krankenschein aufgrund von Hämorrhoiden aus

Wann ist eine Hämorrhoiden-OP überhaupt nötig?

Ein Hämorrhoidalleiden – im allgemeinen Sprachgebrauch nur „Hämorrhoiden“ – entsteht aufgrund vergrößerter Gefäßpolster im Analkanal. Sie werden je nach Ausmaß in vier Stadien unterteilt:

  • 1. Grad: Im Anfangsstadium ist die Hämorrhoide von außen nicht zu erkennen und nur leicht geschwollen.
  • 2. Grad: Die Hämorrhoide tritt beim Stuhlgang vor den After und zieht sich danach wieder von allein zurück in den Analkanal. Es machen sich meist erste Symptome wie Juckreiz oder Nässen bemerkbar.
  • 3. Grad: Mittlerweile ist die Hämorrhoide ziemlich groß gewachsen und muss nach dem Stuhlgang von selbst mit einem Finger zurückgeschoben werden. Die Beschwerden, beispielsweise Schmerzen, sind stärker.
  • 4. Grad: Es ist aufgrund seiner Größe nicht mehr möglich, den veränderten Hämorrhoiden zurückzuschieben. Das Fremdköpergefühl und zum Beispiel die Schmerzen beim Sitzen schränken den Betroffenen erheblich ein.

Im Anfangsstadium werden die vergrößerten Hämorrhoiden in der Regel nicht operiert – aber auch hier gibt es Ausnahmen (der Arzt entscheidet). Stattdessen können Betroffene versuchen, die Symptome mit speziellen Salben und Cremes zu lindern. Bereiten die Gefäßpolster allerdings heftige Schmerzen oder aber sind schon dem dritten oder vierten Grad zuzuordnen, legt Ihnen der Arzt (meist ein Proktologe) eine Hämorrhoiden-OP nahe. Welche genau er Ihnen empfiehlt und wie lange Krankschreibung sowie Heilungsdauer im Anschluss betragen, klärt er mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch.

Denken Sie daran!

Wichtig ist, dass Sie überhaupt zu einem Experten gehen und nicht zu lange damit zögern. Wenn Sie sich unsicher sind, welcher Arzt der richtige ist, suchen Sie zunächst Ihren Hausarzt auf. Er überweist Sie an einen Fachmann. Dieser findet heraus, ob es sich bei Ihren Beschwerden tatsächlich um ein Hämorrhoidalleiden oder eine andere Erscheinung wie beispielsweise Marisken oder ein Rektumprolaps handelt.

Nach der Hämorrhoiden-OP: So lange beträgt die Heilungsdauer

Ist die Hämorrhoiden-OP erst einmal überstanden, richtet sich die Heilungsdauer sowie Krankschreibung nach der Art des Eingriffs und Ihrem persönlichen Zustand danach. Grundsätzlich können Sie folgende Angabe im Hinterkopf behalten:

Nach der Operation werden Sie für rund zwei Wochen aufgrund von Berufsunfähigkeit krankgeschrieben.1 In dieser Zeit heilt die Wunde, sodass Ihnen anschließend das Sitzen auf einem Bürostuhl wieder beschwerdefrei möglich ist. Während der zweiwöchigen Heilungsdauer nach einer Hämorrhoiden-OP sollten Sie sich schonen, auf Sport sowie Sauna und Schwimmbad verzichten.

Es gibt jedoch auch Operationsverfahren, bei denen die Dauer der Arbeitsunfähigkeit kürzer ist: Kommt bei Ihnen beispielsweise die sogenannte Longo-Methode als Hämorrhoiden-OP infrage, rechnen Sie am besten mit einer Krankschreibung von rund sieben Tagen, gelegentlich auch weniger.2

Andere operative Abtragungen der Hämorrhoiden ziehen dagegen eine längere Genesungsphase nach sich, da der Arzt meist unter Vollnarkose die vergrößerten Gefäßpolster entfernt und anschließend die Analhaut vernäht. Bei einer solchen Hämorrhoiden-OP bleiben Sie für oftmals drei bis sieben Tage im Krankenhaus. Die Heilungsdauer beträgt hierbei zwei bis vier Wochen.3 Für diesen Zeitraum – je nachdem wie Sie sich letztendlich fühlen – erhalten Sie eine Krankschreibung.

Nach der Hämorrhoiden-OP: Wie lange sind Patienten für gewöhnlich krank?

Direkt nach der Hämorrhoiden-OP werden Sie wahrscheinlich – falls der Eingriff komplikationslos verlief – eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik behalten. Anschließend folgt die Erholung zu Hause.

Nach einer Verödung (nicht-operative Methode) dagegen, die meist in mehreren Sitzungen stattfindet und bei störenden Hämorrhoiden ersten sowie zweiten Grades Anwendung findet, sind Sie häufig am nächsten Tag wieder arbeitsfähig.3 Es bedarf also – anders als bei einer Hämorrhoiden-OP – keiner mehrtätigen Krankschreibung. Bei Schmerzen oder anderen Beschwerden können Sie dennoch Ihren behandelnden Arzt fragen, ob er Sie für eine bestimmte Zeit freistellt.

Und danach? Ernährung nach Hämorrhoiden-OP

Greifen Sie in den ersten Tagen nach einem Eingriff zunächst zu leichten Suppen (zum Beispiel Gemüsebrühe). Anschließend sollten Sie Lebensmittel bevorzugen, die den Stuhlgang regulieren, um Verstopfung sowie Durchfall zu vermeiden. Dazu zählen in erster Linie Ballaststoffe (beispielsweise Vollkornprodukte) und fettarme Speisen (etwa Rohkostsalate oder Obst). Achten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern täglich.4

Doch keine Sorge: Die genaue Ernährung nach Ihrer Hämorrhoiden-OP bespricht der Arzt im Anschluss mit Ihnen.

Müssen Patienten mit Hämorrhoidalleiden unbedingt ins Krankenhaus?

Die meisten Menschen empfinden Krankenhäusern gegenüber eine gewisse Abneigung. Aus diesem Grund stellen sie sich bei einer bevorstehenden Hämorrhoiden-OP die Frage „Wie lange bleibe ich im Krankenhaus?“. Die Antwort: Häufig müssen Sie überhaupt nicht ins Krankenhaus. Viele der Eingriffe werden ambulant in einem entsprechenden OP-Zentrum durchgeführt. Nach der Hämorrhoiden-OP werden Sie nach Hause entlassen, wo Sie sich die restliche Krankschreibung über erholen. Ansonsten genügt oft schon eine Übernachtung – Arzt und Pflegepersonal beobachten in dieser Zeit Ihren Zustand und die Wunde.

Wichtig!

Hämorrhoiden-OP ist nicht gleich Hämorrhoiden-OP. Die genaue Heilungsdauer, Zeit der Krankschreibung sowie die Länge des Aufenthalts im Krankenhaus hängt vom Umfang und der Art der Operation, aber auch von Ihrem Wohlbefinden und Alter ab. Während einige Patienten bereits am nächsten Tag entlassen werden, müssen andere wiederum zwei bis drei Tage im Krankenhaus verweilen, bis sie nach Hause dürfen.5 Den genauen Zeitrahmen erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt. Dieser schätzt nach einer Hämorrhoiden-OP am besten ein, wie lange Sie im Krankenhaus bleiben sollten.

Monika Hortig
E-Mail schreiben
Medizinredakteurin