Schrumpfen oder Entfernen – Hämorrhoiden lasern

Vergrößerte Hämorrhoiden können sehr lästig sein. Natürlich ist das auch immer abhängig davon, wie sehr ein Hämorrhoidalleiden (krankhaft veränderte Hämorrhoiden) fortgeschritten ist. Von dieser Tatsache ist auch die Behandlung abhängig: Während sich das Anfangsstadium noch relativ einfach mit Salben oder Zäpfchen in den Griff bekommen lässt, sind im späteren Verlauf teils auch operative Verfahren gefragt. Eine Methode ist das Lasern. Es zählt zu den modernen, schonenden Behandlungsmethoden.1 Doch wie läuft diese ab? Und übernehmen Krankenkassen die Operation?

Eine mögliche Methode zur Behandlung von Hämorrhoiden, ist die Laseroperation.


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Wann kommt die Laser-Hämorrhoidoplastie (LHP) zum Einsatz?

Ziel der Laser-Hämorrhoidoplastie ist es, das vergrößerte Gewebe durch Hitzeimpulse schrumpfen zu lassen. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das bei Patienten mit veränderten Hämorrhoiden vom Schweregrad drei oder vier zur Anwendung kommen kann. Also dann, wenn die Gefäßpolster schon aus dem Analkanal herausgetreten sind und sich nicht mehr von selbst zurückziehen. Vor diesem Hintergrund treten zudem Beschwerden wie Blutungen, Juckreiz, Nässen und Schmerzen auf.

Der Ablauf einer Laser-Hämorrhoidoplastie

Der operative Eingriff erfolgt entweder ambulant oder kurz-stationär. Bei der Laser- Hämorrhoidoplastie geht der Operateur in der Regel wie folgt vor:

  • Der Patient erhält eine lokale Anästhesie (Betäubung) oder Vollnarkose.
  • Sobald er keine Schmerzen mehr verspürt, führt der Arzt eine dünne Glasfasersonde inklusive Laser in die veränderte Hämorrhoide ein.
  • Im Anschluss wird diese bestrahlt.

Der ganze Eingriff ist für gewöhnlich nach etwa 20 Minuten abgeschlossen.2

Bei der Laser-Hämorrhoidoplastie dient der Strahl als Energiequelle. Durch den Laser werden die Gefäßpolster von innen kontrolliert erhitzt. In der Folge schrumpfen die Hämorrhoiden und bilden sich zurück. Gleichzeitig kommt es zu einem Abklingen der Beschwerden.

Wissenswert

Auf kurze Sicht betrachtet sind die Patienten zunächst beschwerdefrei. Allerdings wurde in einer Langzeitstudie festgestellt, dass es langfristig ein höheres Rückfallrisiko gibt. Patienten sollten sich daher gut von ihrem Arzt beraten lassen, ob die Laser-Hämorrhoidoplastie die geeignete Methode für ihr Leiden ist.

Nach der Operation: Sind Komplikationen möglich?

Da mithilfe des Lasers kein Gewebe entfernt, sondern dieses lediglich zum Schrumpfen angeregt wird, bleiben Patienten von größeren Gewebeverletzungen verschont. Nach der Operation kommt es somit auch nicht zu Wundheilungsstörungen, weshalb keine Schmerzen beim ersten Stuhlgang zu erwarten sind. Im Gegensatz zu anderen Operationsverfahren entfällt zudem das Risiko, dass der Schließmuskel in Mitleidenschaft gezogen wird.

Zurück bleibt nach dem Lasern eine leichte Schwellung, die nach ein bis zwei Wochen abnimmt. In einigen Fällen sind zudem schwache Blutungen möglich.

Hämorrhoidektomie: Wo ist der Unterschied zur Laser-Hämorrhoidoplastie?

Die Laser-Hämorrhoidektomie ist nicht mit einer Laser-Hämorrhoidoplastie gleichzusetzen, obwohl bei beiden ein Laser zum Einsatz kommt. Der Unterschied: Durch eine Laser-Hämorrhoidektomie werden die Gefäßpolster nicht zum Schrumpfen gebracht, sondern vom Körper entfernt.

Zum Einsatz kommt diese Möglichkeit der Therapie jedoch nur bei Hämorrhoiden, die stark vergrößert sind, außerhalb des Anus liegen und sich nicht mehr in den Körper zurückschieben lassen. Im Normalfall entscheidet ein Arzt darüber, ob diese Behandlung bei einem Patienten notwendig ist. Meistens ist das bei einem Hämorrhoidalleiden vierten Grades der Fall.4

Die Strahlen bieten den Vorteil, dass besonders glatte Schnittkanten zurückbleiben. Diese Tatsache wirkt sich auch positiv auf die anschließende Wundheilung aus. Mitunter erfolgt sie schneller und auch die Wahrscheinlichkeit für Schmerzen nach dem Eingriff sowie Entzündungen ist geringer, als beispielsweise nach der Entfernung mit einem Skalpell.

Interessant

Ebenso wie die Laser-Hämorrhoidoplastie erfolgt die Laser-Hämorrhoidektomie nur unter einer Betäubung der zu behandelnden Stelle oder Vollnarkose. Vollständig abgeheilt ist die betroffene Körperstelle nach etwa acht Wochen. In der Regel muss ein Patient mit einer anschließenden Arbeitsunfähigkeit von circa drei Wochen rechnen. Wenn Sie ein Hämorrhoidalleiden haben und sich für eine Laserbehandlung interessieren, ist Ihr Hausarzt oder Proktologe (Facharzt für den Enddarm) ein geeigneter Ansprechpartner.5

Lasertherapie – zahlt das die Krankenkasse?

Die Frage, ob Ihre Krankenkasse das Lasern Ihrer Hämorrhoiden übernimmt oder nicht, kann nicht so einfach mit ja oder nein beantwortet werden. Es kommt darauf an, wo und wie Sie krankenversichert sind.

So übernehmen die meisten privaten Krankenkassen die Kosten, die beim Lasern von Hämorrhoiden entstehen. Doch es gibt auch die ein oder andere gesetzliche Krankenversicherung, die die nötige Behandlungssumme bereitstellt. Ihr Ansprechpartner bei der Krankenkasse wird Ihnen sagen können, ob Sie die gewünschte Laserbehandlung selbst zahlen müssen.

Aha!

In der Regel bespricht der Arzt vor jedem Lasereingriff mit Ihnen einen Kostenplan. Die Summe für die Behandlung ergibt sich für gewöhnlich aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Sie liegt – je nach Aufwand – bei 1.900 bis 2.500 Euro.6 Einfluss auf den Preis hat zum Beispiel die Art der Betäubung, sprich, ob eine Vollnarkose infrage kommt oder nicht.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Tanja Albert
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