Schrumpfen oder Entfernen – Hämorrhoiden lasern

17. Dezember 2018
6 Min.

Vergrößerte Hämorrhoiden können mehr als lästig sein. Manchmal ist es für einen Betroffenen kaum noch möglich, schmerzfrei auf einem Stuhl zu sitzen. Natürlich ist das auch immer abhängig davon, wie sehr ein Hämorrhoidalleiden – so nennen Mediziner krankhaft veränderte Hämorrhoiden – fortgeschritten ist. Bei Hämorrhoiden, die bereits aus dem Anus getreten sind, zählt das Lasern zu den modernen Behandlungsmethoden.1 Doch wie unterscheidet sich eine Laser-Hämorrhoidoplastie von einer Laser-Hämorrhoidenentfernung? Und übernehmen Krankenkassen das Lasern von Hämorrhoiden? Die Antworten finden Sie hier.

Eine mögliche Methode zur Behandlung von Hämorrhoiden, ist das Lasern.

Hämorrhoiden lasern – die Laser- Hämorrhoidoplastie

Die Laser- Hämorrhoidoplastie ist eine Therapiemethode, die bei Patienten mit veränderten Hämorrhoiden vom Schweregrad drei oder vier zur Anwendung kommen kann. Also dann, wenn die Gefäßpolster schon aus dem Analkanal herausgetreten sind und sich nicht mehr von selbst zurückziehen.

Aha!

Hämorrhoiden sind Gefäßpolster am Anus, die sich über dem inneren Afterschließmuskel befinden und diesen dabei unterstützen, dass kein Kot unkontrolliert entweicht. Wenn sie sich krankhaft vergrößern, sprechen Fachpersonen von einem Hämorrhoidalleiden. Dieses lässt sich – je nach Größe der Hämorrhoiden und Ausmaß der Symptome wie Juckreiz, Nässen oder Brennen – in vier verschiedene Schweregrade unterteilen.

Doch was bezweckt ein Mediziner mit einer Laser-Hämorrhoidoplastie? Wenn ein Lasern der Hämorrhoiden auf diese Art und Weise erfolgt, ist es das Ziel des behandelnden Arztes, das vergrößerte Gewebe durch Hitzeimpulse schrumpfen zu lassen. Bei einer Laser- Hämorrhoidoplastie geht der Behandelnde in der Regel wie folgt vor:

  • Der Patient erhält eine lokale Anästhesie (Betäubung) oder Vollnarkose.
  • Sobald er keine Schmerzen mehr verspürt, führt der Arzt eine dünne Glasfasersonde, die einen Laser enthält, in die veränderte Hämorrhoide ein.
  • Jetzt lässt sich die Region bestrahlen.

Der ganze Eingriff ist für gewöhnlich nach etwa 20 Minuten abgeschlossen.3 Zurück bleibt nach dem Lasern eine leichte Hämorrhoidenschwellung. Nach zwei bis drei Wochen klingt diese ab und die behandelten Hämorrhoiden schrumpfen immer mehr und ziehen sich in der Analkanal zurück. Ein erneutes Austreten der Gefäßpolster ist unwahrscheinlich.4

Wissenswert

Bei der Laser-Hämorrhoidoplastie dient der Strahl nur als Energiequelle. Durch den Laser werden die Gefäßpolster von innen kontrolliert erhitzt und dadurch geschrumpft. Mögliche Wunden oder Schwellungen gehen von selbst zurück.

Das kann eine Laser-Hämorrhoidektomie

Die Laser-Hämorrhoidektomie ist nicht mit einer Laser-Hämorrhoidoplastie gleichsetzbar, obwohl sich Patienten bei beiden Methoden ihre störenden Hämorrhoiden lasern lassen. Denn durch eine Laser-Hämorrhoidektomie werden die Gefäßpolster nicht zum Schrumpfen gebracht, sondern vom Körper entfernt.

Zum Einsatz kommt diese Möglichkeit der Behandlung jedoch nur bei Hämorrhoiden, die stark vergrößert sind, sich außerhalb des Anus befinden und nicht mehr in den Körper zurückschieben lassen. Im Normalfall entscheidet ein Arzt darüber, ob diese Behandlung bei einem Patienten notwendig ist. Meistens ist das bei einem Hämorrhoidalleiden vierten Grades der Fall.2

Ein medizinisches Instrument, um Gewebe vom Organismus abzuschneiden, ist ein Skalpell. Ein anderes der Laser. Die Strahlen bieten den Vorteil, dass nach der Hämorrhoiden-Abtrennung besonders glatte Schnittkanten zurückbleiben. Diese Tatsache wirkt sich auch positiv auf die anschließende Wundheilung aus. Mitunter erfolgt sie schneller und auch die Wahrscheinlichkeit für Schmerzen nach dem Eingriff sowie Entzündungen ist geringer, als beispielsweise nach der Entfernung mir einem Skalpell.

Interessant

Ebenso wie die Laser-Hämorrhoidoplastie erfolgt die Laser-Hämorrhoidektomie nur unter einer Betäubung der zu behandelnden Stelle oder Vollnarkose. Vollständig abgeheilt ist die betroffene Körperstelle nach etwa acht Wochen. In der Regel muss ein Patient mit einer anschließenden Arbeitsunfähigkeit von circa drei Wochen rechnen. Wenn Sie ein Hämorrhoidalleiden haben und sich für eine Laserbehandlung interessieren, ist Ihr Hausarzt oder Proktologe (Facharzt für den Enddarm) ein geeigneter Ansprechpartner.

Hämorrhoiden lasern – zahlt das die Krankenkasse?

Die Frage, ob Ihre Krankenkasse das Lasern Ihrer Hämorrhoiden übernimmt oder nicht, kann nicht so einfach mit ja oder nein beantwortet werden. Es kommt darauf an, wo und wie Sie krankenversichert sind.
So übernehmen die meisten privaten Krankenkassen die Kosten, die beim Lasern von Hämorrhoiden entstehen. Doch es gibt auch die ein oder andere gesetzliche Krankenversicherung, die Ihnen die nötige Behandlungssumme bereitstellt. Ihre Ansprechperson bei Ihrer Krankenkasse wird Ihnen sagen können, ob Sie die gewünschte Laserbehandlung selbst zahlen müssen.
In der Regel bespricht Ihr Arzt vor jedem Lasereingriff mit Ihnen einen Kostenplan. Die Behandlungssumme ergibt sich für gewöhnlich aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Sie liegt – je nach Aufwand – bei 1.900 bis 2.500 Euro. Einfluss auf den Preis hat zum Beispiel die Art der Betäubung – Vollnarkose oder nicht.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin