Mit einer Spritze gegen die Beschwerden: Hämorrhoiden veröden

Sobald sich Hämorrhoiden vergrößern und Beschwerden wie Jucken und Brennen im Analbereich bereiten, sprechen Mediziner von einem Hämorrhoidalleiden. Eine Möglichkeit, dieses – in Grad eins und zwei5 – zu bekämpfen, ist das Veröden (auch Sklerotherapie oder Sklerosierung genannt). Wir verraten Ihnen mehr zu diesem Thema.

Arzt zieht eine Spritze auf als Vorbereitung einer Hämorrhoiden-Verödung


Im Überblick:



Verödung – Vorteile und Nachteile der Therapie

Chancen:

  • ambulantes Verfahren (ohne anschließenden Klinikaufenthalt)
  • schmerzarm (wenn komplikationslos)

Risiken:

  • wirkt nur bei 10 bis 46 Prozent der Fälle5
  • versehentliches Einspritzen in die Prostata oder Samenbläschen möglich (führt zu heftigen Schmerzen)5

Ablauf: Was passiert bei einer Verödung?

Bei der Verödung via Spritze als Teil der konservativ-ärztlichen Behandlung spritzt der Arzt, mithilfe eines in den After eingeführten Enddarmspiegelgeräts (Proktoskop), eine Lösung (Antivaricosum) in die veränderten Hämorrhoiden. Dadurch wird die Blutzufuhr gedrosselt. Das vergrößerte Gefäßpolster verkleinert sich, sobald das behandelte Gewebe abstirbt.5

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Hämorrhoiden – was war das gleich noch einmal?

Hämorrhoiden sind drei ringförmig angelegte Schwellpolster, welche zusammen mit den Schließmuskeln den Darmausgang nach außen hin abdichten und somit dafür sorgen, dass der Zeitpunkt des Stuhlgangs kontrollierbar ist.7 Durch Ursachen wie etwa ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Bewegung und Bindegewebsschwäche können sich die Gefäßpolster krankhaft verändern und stark vergrößern, wodurch mitunter Beschwerden wie Schmerzen, Nässen und Juckreiz entstehen. Die Rede ist dann von einem Hämorrhoidalleiden.

Zur Therapie von Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades mittels Verödung eignen sich zwei5 verschiedene Verfahren:

Die Sklerotherapie ist eine der am häufigsten durchgeführten Behandlungen bei einem Hämorrhoidalleiden in den Anfangsstadien. Sie ist außerdem vor allem durch den Einsatz bei der Behebung von Besenreisern (eine Art Krampfadern) bekannt. Mittels Verödung lässt sich recht unkompliziert und weitestgehend schmerzfrei ein Verkleinern von Hämorrhoiden erzielen. Außerdem ist das Veröden sehr kostengünstig und erfolgt in der Regel ambulant, der Patient muss somit nicht über Nacht ins Krankenhaus.5

Ist das Veröden schmerzhaft?

Vielen Menschen macht allein die Vorstellung Angst, im Analbereich eine Spritze gegen Hämorrhoiden gesetzt zu bekommen. „So etwas muss doch Schmerzen bereiten!“ Doch können wir Sie an dieser Stelle beruhigen: Bei sachgemäßer Umsetzung erfolgt die Injektion weitestgehend schmerzfrei, denn das Analgewebe hat auf der Einspritzhöhe keine freien Nervenenden, die für das Schmerzempfinden verantwortlich sind. Für den Eingriff ist daher keine örtliche Betäubung nötig. Im Übrigen erfolgt auch das spätere Absterben und Abstoßen des behandelten Gewebes ohne Schmerzen.5 Es gelangt über den Stuhlgang aus dem Körper.

Wie oft müssen Hämorrhoiden verödet werden?

In der Regel erfolgt die ambulante Therapie insgesamt dreimal in einem Abstand von 4 bis 6 Wochen.3

Hämorrhoiden-Verödung: Wann tritt eine Besserung ein?

Die Eingriffe sollten spätestens nach der dritten Sklerosierung Wirkung zeigen. Ist das nicht der Fall, gilt es über einen Therapiewechsel nachzudenken. Bei einer Besserung ist die Sklerotherapie theoretisch beliebig oft wiederholbar.4

Kontraindikationen: Wann Ärzte Hämorrhoiden nicht veröden

Eine Verödung erfolgt in der Regel nicht bei:

  • Patienten mit Darmproblemen (beispielsweise, wenn eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn vorliegt)
  • entzündeten Hämorrhoiden
  • Schwangeren
  • Bluthochdruck
  • Thromboseneigung (besteht etwa bei Bluterkrankungen, langjähriger Einnahme der Antibabypille oder Übergewicht)5

Hängen vergrößerte Hämorrhoiden dauerhaft aus dem Anus, ist eine Sklerotherapie nicht mehr geeignet. Operationen wie die THD-Methode sind hier erfolgversprechender.

Neben dem Veröden hat der Arzt noch diese weiteren Möglichkeiten, um Hämorrhoiden zu behandeln:


Nachteile und Nebenwirkungen beim Veröden von Hämorrhoiden

Werden Hämorrhoiden via Spritze verödet, ist die Komplikationsrate sehr gering. Nebenwirkungen sind äußerst selten. Dennoch können auch hier Beschwerden auftreten. In erster Linie sind an dieser Stelle

  • Druckgefühle,
  • geringfügige Blutungen und
  • Schmerzen

in der Analregion gemeint. Letztere entstehen etwa durch Fehlinjektionen. Außerdem besteht die Möglichkeit einer allergischen Reaktion zum Beispiel auf Chininhydrochlorid.

Gut zu wissen!

Bei einer Sklerosierung darf der Arzt niemals den gesamten Schwellkörper behandeln. Der Grund: Das Gefäßgeflecht der Hämorrhoiden wird für die Verschließung des Darmausgangs dringend benötigt. Durch diese teilweise Behandlung ist aber das Risiko für Rückfälle größer. Studien zeigen, dass etwa 70 Prozent der Patienten nach drei Jahren wieder ein Hämorrhoidalleiden bekommen.5 So liegt der stärkste Nachteil der Therapiemaßnahme in der erheblichen Rückfallquote.

Dennoch sollten Betroffene diese konservative Maßnahme in Betracht ziehen und mit einem Arzt besprechen, da sich Symptome wie Juckreiz und Blutungen ohne Behandlung meist verschlimmern. Wenden Sie sich als erste Anlaufstelle an Ihren Hausarzt. Er leitet Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten für den Enddarm (Proktologe) weiter. Sie haben außerdem auch die Möglichkeit, sich von einem Gastroenterologen (Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt auf Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes) oder Dermatologen (Hautarzt) behandeln zu lassen. Schwangere holen meist den Rat ihres Gynäkologen (Frauenarzt) ein.

Wie verhalte ich mich nach einer Verödung?

Hämorrhoiden vergrößern sich häufig aufgrund von übermäßigem Druck. Dieser entsteht beispielsweise durch Verstopfung beziehungsweise zu starkes Pressen während des Stuhlgangs.

Um die Wahrscheinlichkeit dafür zu senken, dass es nach einer Verödung zu einem erneuten Anwachsen der Gefäßpolster kommt, kann es daher helfen, dafür zu sorgen, dass der Kot eine ideale, weiche Konsistenz hat. Erreichen können Sie das unter anderem mithilfe einer ballaststoffreichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung

Verödung: Wann ist Sport wieder möglich?

Grundsätzlich kommt es bei einer Sklerosierung zu keinen größeren Wunden. Daher ist auch Sport relativ schnell wieder machbar. Wann genau sollten Sie jedoch immer mit dem behandelnden Arzt besprechen. Dieser kann am besten Ihre gesundheitliche Verfassung nach dem Eingriff beurteilen.

Alternativen zum Veröden von Hämorrhoiden

Neben der Sklerosierung mit einer Spritze gibt es unter anderem noch diese Eingriffe, um vergrößerte Hämorrhoiden zu behandeln:

  • Kryochirurgie: Diese Methode findet heutzutage nur noch selten Anwendung. Denn es kann beispielsweise zu Verletzungen der Afterschließmuskeln kommen. Bei diesem Eingriff vereist der Fachmann (mithilfe eines speziellen Instrumentes) die Hämorrhoiden mit flüssigem Stickstoff (minus 180 Grad Celsius).6 Der Effekt: Das Hämorrhoidalgewebe stirbt ab – ähnlich einer Erfrierung.
  • Gummibandligatur: Dabei saugt der behandelnde Arzt die Hämorrhoide durch das Proktoskop an und zieht mit einem speziellen Instrument ein Gummiband über sie. Die Blutzufuhr ist damit abgeschnürt und die Hämorrhoide verendet. Das tote Gewebe sowie das Gummiband gelangen nach einigen Tagen mit dem Stuhlgang aus dem Körper.5

Sie möchten etwas gegen die Symptome eines Hämorrhoidalleidens wie Juckreiz und Brennen unternehmen? Vor allem in den Anfangsstadien sind Zäpfchen, Salben und Cremes bewährte Mittel.

Carolin Stollberg
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Regina Lopes Bombinho Brandt
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