Jucken am After durch falsche Hämorrhoiden

Afterjucken, Brennen und Rötung – diese Symptome entstehen sicher durch ein Hämorrhoidalleiden, oder? Nicht unbedingt. Auch „falsche Hämorrhoiden“ wie ein Pilz am After sind manchmal die Ursache für einen Juckreiz. Wir verraten, welche weiteren Analkrankheiten und Beschwerden es gibt und was Sie tun können, um die falschen Hämorrhoiden zu entlarven.

Frau sitzt im Wartezimmer und fragt sich, ob sie wirklich Hämorrhoiden hat


Überblick

Jucken am After durch echte oder unechte Hämorrhoiden? Symptome eines Hämorrhoidalleidens

Gibt es überhaupt echte und unechte Hämorrhoiden? Nein, denn entweder lassen sich Beschwerden wie Juckreiz am After auf ein Hämorrhoidalleiden zurückführen oder eben nicht. Mit falschen Hämorrhoiden ist meist eine andere Problematik (beispielsweise ein Pilz am After) gemeint, die sehr ähnliche Symptome aufweist. Aus diesem Grund fällt es dem Laien schwer, eine Selbstdiagnose zu stellen. Nur der Arzt – häufig ein Proktologe – kann erkennen, um welche Analkrankheit es sich bei den vermeintlich falschen Hämorrhoiden handelt.

Als häufige Symptome eines Hämorrhoidalleidens gelten folgende:

Wissenswertes zum Thema Blut im Stuhl

Blut im Stuhl kann nicht nur bei Hämorrhoiden auftreten, sondern auch ein Indiz für Darmkrebs sein. Um einen möglichen Tumor auszuschließen, entnimmt der Arzt eine Probe des Blutes und schickt sie zur genaueren Untersuchung ins Labor.


Diese Anzeichen sind möglich, es müssen allerdings nicht alle auftreten. Besonders Symptome wie Juckreiz und Brennen am After lassen sich auch auf zahlreiche andere Analkrankheiten beziehungsweise -beschwerden wie eine Pilzinfektion zurückführen. Aus diesem Grund ist die Selbstdiagnose im Normalfall schwer möglich. Nur ein Arzt kann durch eine ausführliche Untersuchung herausfinden, ob es sich in Ihrem Fall tatsächlich um vergrößerte oder doch falsche Hämorrhoiden – wie zum Beispiel einen Pilz am After – handelt.

Was sind Hämorrhoiden?

Dabei handelt es sich um Gefäßpolster im Enddarm, die zur Abdichtung des Darms nach außen hin dienen. Das bedeutet also auch, dass jeder Mensch sie besitzt. Die gut durchbluteten Hämorrhoidenkönnen unter Umständen (beispielsweise durch die Folgen einer ballaststoffarmen Ernährung oder zu starkes Pressen beim Stuhlgang) dauerhaft anschwellen und Beschwerden wie ein Afterjucken verursachen. In diesem Fall sprechen Experten von einem Hämorrhoidalleiden – im allgemeinen Sprachgebrauch durch den Begriff „Hämorrhoiden“ abgekürzt.

Ursachen von Jucken und Co. am After – diese Analkrankheiten können Schuld sein

Wenn es unechte Hämorrhoiden sind, die zu den Beschwerden führen, um welche Erkrankung oder Veränderung handelt es sich dann? Es gibt verschiedene Analkrankheiten und Beschwerden, die mitunter Juckreiz und andere unangenehme Symptome am After verursachen. Dazu zählen:

  • Analthrombose: Bei der sogenannten Perianal- oder Analvenenthrombose entsteht ein Blutgerinnsel an der Analrandvene. Es äußert sich in Form eines schmerzhaften, bläulich verfärbten Knotens. Dieser kann sich durch Reibung (zum Beispiel beim Abwischen mit Toilettenpapier) öffnen sowie entzünden und ein Afterjucken auslösen. In der Regel muss die Analthrombose nicht behandelt werden.
  • Analekzem: Darunter verstehen Experten eine Entzündung an der Afterhaut, die mitunter als Begleiterscheinung einer Allergie zum Vorschein kommt. Ärzte verschreiben Betroffenen oftmals eine spezielle Salbe, um den starken Juckreiz am After zu lindern und das Ekzem zu behandeln.
  • Mariske: Dabei handelt es sich um Hautfalten im Bereich des Afters, die zum Beispiel bei Frauen nach einer Entbindung oder nach einer Analthrombose zurückbleiben. Sie verursachen in der Regel keine Beschwerden und bedürfen keiner Behandlung. Kommt es jedoch zu einer Infektion, beispielsweise mit einem Pilz oder mit Bakterien, sind Symptome wie Jucken oder Brennen am After denkbar.
  • Analfibrom: Die Veränderung – auch Analpolypen genannt – äußert sich durch eine Vergrößerung der Analpapillen (stecknadelgroße Knötchen im Analkanal). Als Ursache gelten Entzündungen die unter anderem Jucken am After verursachen. Veränderte Analpapillen können aber auch nach Operationen auftreten. Ein Analfibrom ist gutartig und muss nur bei starken Beschwerden (etwa Schmerzen) operativ entfernt werden.
  • Rektumprolaps: Bei diesem Mastdarmvorfall drückt sich die Enddarmwand aus dem Afterkanal heraus – ausgelöst beispielsweise durch schwere Geburten. Schleimabgang, Juckreiz und Darmentleerungsstörungen zählen zu den möglichen Symptomen. Ein Rektumprolaps muss operiert werden.

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Während einige der Analkrankheiten und -beschwerden in der Regel von allein verheilen, bedarf es bei anderen wiederum ärztliche Unterstützung und Medikamente. Nicht zuletzt deswegen sollten Sie einen Termin bei einem Experten vereinbaren, der herausfinden kann, worum es sich bei den unechten Hämorrhoiden handelt.

Jucken am After: Wann zum Arzt?

Eine medizinische Untersuchung sollte erfolgen, wenn der Juckreiz am After nicht von selbst zurückgeht, sehr heftig in seiner Ausprägung ist, länger andauert beziehungsweise mit der Zeit immer schlimmer wird.

Pilz am After – eine weitere Ursache von Afterjucken

Jucken am After kann auch durch eine Pilzinfektion entstehen. In unserer Umwelt kommen verschiedenste Pilzarten auf ganz natürliche Art und Weise vor. Vor allem dann, wenn die körperlichen Abwehrkräfte vermindert sind, befallen manche von ihnen den Organismus. So kann sich ein Pilz am After etwa durch die Einnahme von Antibiotika und einem daraus resultierenden schwachen Immunsystem bilden.

Welcher Pilz kann am After vorkommen?

In der Regel setzen sich Pilze an der Haut und den Nägeln fest, wodurch beispielsweise Nagelpilz entsteht. Dabei kann theoretisch jeder Hautabschnitt des Körpers von einer Pilzinfektion befallen sein. So auch das Hautareal des Afters. Wenn der Anus von einem Pilz betroffen ist, handelt es sich für gewöhnlich um einen sogenannten Hefepilz – oft der Gattung Candida.

Ist dies der Fall, zeigt sich das auf der Afterhaut meist wie folgt:

  • Papulopusteln (kleine, knotenartige Blasen)
  • rötliche Plaques (fleckenartiges Gebilde) mit schuppigen Rändern
Um auf Nummer sicher zu gehen, dass es sich bei Ihren Beschwerden wirklich um einen Pilz am After handelt, sollten Sie die betroffene Stelle von einem Arzt untersuchen lassen.

Eine Pilzinfektion am After ist meist besonders unangenehm. Denn für gewöhnlich hat sie ein heftiges Jucken zur Folge. Geben Betroffene dem Juckreiz nach, indem sie beginnen zu Kratzen, ist es möglich, dass sich die Analhaut entzündet. Das äußert sich durch charakteristische Entzündungskennzeichen wie Überwärmung, Schwellung und Rötung.

Pilz am After behandeln

Pilze am After lassen sich oftmals mit bestimmten Salben und Cremes behandeln, die Antimykotika (Antipilzmittel) enthalten. Mehr Informationen darüber erhalten Sie von Ihrem Arzt oder Apotheker.

Um einen Pilz am After zu behandeln, sollten Sie darüber hinaus auf eine gute Hygiene achten. Damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet, können diese Maßnahmen vorteilhaft sein:

  • oftmaliges Austauschen von Unterwäsche und Handtüchern
  • gründliche Reinigung des Intimbereichs (mit klarem Wasser)
  • sorgfältiges Abtrocknen nach dem Waschen

Die Dauer einer Pilzinfektion am After ist davon abhängig, wie gut ein Betroffener auf die Behandlungsmaßnahmen anspricht. Sie ist also von Fall zu Fall verschieden. Unter anderem spielen individuelle Faktoren wie die Tatsache, ob ein Patient ein starkes oder schwaches Immunsystem hat, eine Rolle.

Juckreiz am After – so ermittelt der Arzt die Ursache

Geht es um solch eine intime Stelle wie den Anus, sehen viele Betroffene trotz eines starken Juckens am After oder Einschränkungen im Alltag von einem Arztbesuch ab. Der Grund dafür ist meist Scham. Dabei ist eine entsprechende Untersuchung beim Proktologen (spezialisiert auf Erkrankungen des Enddarms sowie des Analbereichs) oder Gastroenterologen (Experte für den gesamten Magen-Darm-Trakt und die Leber) normalerweise nicht schmerzhaft und oft schneller vorbei als viele denken.

Grundsätzlich stehen dem Arzt folgende Methoden zur Verfügung, um falsche Hämorrhoiden – wie etwa einen Pilz am After – zu erkennen und die korrekte Analerkrankung zu diagnostizieren:

  • Anamnese: Ganz egal, mit welchen Beschwerden Sie zum Arzt kommen, meist geht allen Untersuchungen die Patientenbefragung voraus. Der Mediziner möchte von Ihnen Antworten auf Fragen zu Symptomen, Vorerkrankungen, Familiengeschichte und bestehender Medikamenteneinnahme. Die Informationen helfen ihm dabei, einen ersten Eindruck zu erhalten.
  • Analinspektion: Diese umfasst sowohl das bloße Betrachten der betroffenen Stelle als auch das Abtasten des Analbereichs von außen. Häufig kann der Arzt bereits mithilfe dieser Maßnahme eine vorläufige Diagnose stellen und zum Beispiel eine Pilzinfektion am After erkennen.
  • Palpation: Um den Analkanal sowie das untere Rektum von innen abzutasten, führt der Fachmann einen Finger ein und kontrolliert zum Beispiel bei Verdacht auf Hämorrhoiden deren Lage und Größe.
  • Proktoskopie (Afterspiegelung): Dabei schiebt er ein rund acht Zentimeter langes hohles und beleuchtetes Rohr in den Analkanal, was ihm einen guten Einblick gewährt.1 Auf diese Weise untersucht er sowohl Hämorrhoiden (selbst im Anfangsstadium) als auch die Schleimhaut.
  • Rektoskopie (Mastdarmspiegelung): Diese ähnelt der Proktoskopie, allerdings wird dabei ein tiefer gelegener Bereich untersucht, nämlich der Mastdarm (finaler Teil des Darms). Diese Methode kommt meist dann zum Einsatz, wenn Hämorrhoiden bereits als Ursache ausgeschlossen wurden, es also die besagten falschen Hämorrhoiden sind. Ein Rektoskop ist ein starres, dünnes und rund 30 Zentimeter langes Rohr mit Beleuchtung, das mithilfe von Gleitmittel in den After geschoben wird.2 Damit kann der Arzt Polypen, Entzündungen oder gar einen Tumor im Mastdarm erkennen.
  • Analspreizer: Um den Analkanal besser untersuchen zu können und Fisteln sowie Fissuren zu entdecken, erweitert der Mediziner den Analkanal mit einem speziellen Analspreizer. Bei bestehenden Schmerzen wird hierbei häufig auch ein leichtes Betäubungsmittel angewendet.
  • Koloskopie (Darmspiegelung): Diese ist meist dann nötig, wenn der Arzt mithilfe der vorangegangenen Methoden noch keine Diagnose stellen konnte. Dafür ist eine vollständige Darmentleerung notwendig, weswegen Ihnen ein spezielles Abführmittel verschrieben wird. Bei der Koloskopie führt der Experte einen langen Schlauch mit einer Videokamera in den Dickdarm ein. Mit dieser Maßnahme ist es dem Arzt möglich, Darmtumore zu entdecken, die zum Beispiel ebenfalls mit Blutungen als Symptom einhergehen.

Der Proktologe wird nur die Methoden durchführen, die nötig sind, um unechte Hämorrhoiden – beispielsweise einen Pilz am After – zu entlarven und die richtige Analkrankheit zu diagnostizieren. Bei keiner der Untersuchungen müssen Sie Schmerzen befürchten. Der Experten hat immer die Möglichkeit, den zu behandelnden Bereich zu betäuben. Sprechen Sie offen über Ihre Ängste, Ihr Arzt wird Sie beruhigen und Rücksicht darauf nehmen.

So wird ein Jucken am After behandelt

Die Behandlung eines Afterjuckens ist immer davon abhängig, was es ausgelöst hat. So therapieren Ärzte bei dem einen Patienten beispielsweise einen Pilz am After und bei einem anderen Patienten ein Hämorrhoidalleiden. Darüber hinaus gibt es zur allgemeinen Therapie Salben und Cremes, die entzündungshemmend sind und den Juckreiz am After stillen können.

Monika Hortig
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Regina Lopes Bombinho Brandt
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