Verhalten bei Hämorrhoiden im Überblick:

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Do’s Don’ts
Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Joggen, und Wandern sowie gezieltes Training des Beckenbodens Krafttraining und Sport mit vielen Sprungbewegungen, zum Beispiel Tennis, Volleyball oder Badminton
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten Übermäßiger Konsum von Alkohol, Kaffee und scharfen Speisen oder die Verwendung von Abführmitteln gegen Verstopfung
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wahrnehmen Analsex bei offenen oder blutenden Hämorrhoiden

Hämorrhoiden und Sport alles Relevante zum Thema


Grundsätzlich bringen regelmäßige Sporteinheiten eine ganze Reihe an positiven Effekten für den Körper mit sich. Dazu gehört zum Beispiel eine Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und der Immunabwehr. Aber sind sie auch eine gute Idee bei einem Hämorrhoidalleiden? Menschen mit vergrößerten Hämorrhoiden dürfen durchaus Sport treiben, allerdings sollten sie dabei einiges beachten. Vor allem empfehlenswert sind:

  • Schwimmen,
  • Fahrradfahren,
  • leichtes Joggen
  • und Wandern.

Diese Sportvarianten beanspruchen den Beckenboden nur sehr wenig. Außerdem gibt es spezielle Gymnastikübungen (Beckenbodentraining), durch die Betroffene ihre Beckenbodenmuskulatur kräftigen können. Eine gestärkte Beckenbodenmuskulatur fängt mehr Druck ab. Die Folge: Der Enddarm und die Hämorrhoiden sind entlastet.

Gut zu wissen

Wird der Beckenboden belastet oder ist dieser geschwächt (zum Beispiel durch mangelnde Bewegung), übt das erhöhten Druck auf den Enddarm aus. Die sich um den Anus befindenden Hämorrhoiden schwellen an. Sie können Symptome wie Jucken, Brennen und Schmerzen auslösen.

Verstopfungen sind ein häufiger Auslöser für Hämorrhoidalleiden. Das starke Pressen beim Stuhlgang übt Druck auf die Bauchdecke sowie den Enddarm und dadurch auch auf die Hämorrhoiden aus. Grund für Verstopfungen kann mangelnde Bewegung im Alltag sein, welche zu Darmträgheit führt. Wer regelmäßig Sport treibt, aktiviert dadurch die Verdauung, fördert geschmeidigen Stuhl und reduziert so das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden.

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Wann habe ich Verstopfung?

Experten sprechen in der Regel von Verstopfung, wenn der Darm weniger als drei Mal in der Woche mit normalfestem Stuhl entleert wird. Für Betroffene ist der Gang zur Toilette unangenehm. Sie müssen stark pressen, um überhaupt Stuhl auszuscheiden.

Kann Krafttraining Hämorrhoiden verursachen oder verschlimmern?


Gewichtheben ist für Menschen mit einem Hämorrhoidalleiden nicht optimal. Beim Stemmen von schweren Hanteln werden automatisch die Bauchmuskeln angespannt – und das erhöht den Druck auf den Beckenboden.

Das kann ihn auf Dauer schwächen und so das Risiko für Hämorrhoiden-Beschwerden erhöhen. Wer nicht komplett auf das Training mit Gewichten verzichten will, sollte mit dem Fitness-Trainer sprechen und sich bezüglich weniger belastender Übungen (zum Beispiel mit kleinen Griffhanteln) beraten lassen und/oder zusätzlich den Beckenboden intensiver trainieren.

Achtung

Wenn Sie unter offenen, nässenden oder blutenden Hämorrhoiden leiden, ist es ratsam, vor dem Sport mit dem Hausarzt Rücksprache zu halten. Denn bei körperlicher Aktivität gelangen Bakterien durch Reibung und Schweiß besonders leicht in die wunden Stellen. Diese können sich dann entzünden und zu weiteren Komplikationen wie einer Analfissur führen.

Volleyball, Tennis und Co. bei Hämorrhoiden


Neben dem Krafttraining ist auch Sport mit vielen Sprungbewegungen für Betroffene mit veränderten Hämorrhoiden weniger zu empfehlen. Bei starkem Aufprallen des Körpers wird hoher Druck auf den Beckenboden ausgeübt, was wiederum Hämorrhoidalleiden fördert. Zu diesen Sportarten gehören unter anderem:

  • Squash
  • Badminton
  • Tennis
  • Volleyball
  • Handball
  • Seilspringen

Die genannten sportlichen Aktivitäten sind nicht komplett tabu für Menschen mit Hämorrhoiden-Beschwerden. Vorsichtig ausgeführt (zum Beispiel nicht im Wettkampf) sind sie weniger belastend. Bei Unsicherheiten können sich Betroffene an den behandelnden Mediziner wenden.

Die richtige Ernährung bei Hämorrhoiden


Eine gesunde Ernährung in Kombination mit Sport wirkt sich positiv auf vergrößerte Hämorrhoiden aus, wenn Verstopfung der Auslöser ist. Denn Sport und ballaststoffreiche Lebensmittel regen die Verdauung an und machen den Stuhl weich. Gute Ballaststoff-Lieferanten sind unter anderem:

  • Vollkornprodukte
  • Obst, vor allem die getrockneten Varianten (zum Beispiel Pflaumen oder Aprikosen)
  • Gemüse (wie Karotten oder Kartoffeln)

Gleichzeitig kann durch den aktiven und gesunden Lebensstil Übergewicht abgebaut beziehungsweise vorgebeugt werden. Das ist wichtig, da zu viel Körpermasse zusätzlichen Druck auf den Bauchraum und den Enddarm ausübt.

Die Folge: Hämorrhoiden schwellen schneller an und verursachen Symptome wie Jucken und Brennen. Das heißt, wer gegen überflüssige Fettpolster vorgeht, mindert dadurch auch das Risiko für Hämorrhoiden-Beschwerden.

Kein Alkohol bei Hämorrhoiden?

Experten vermuten, dass regelmäßiger Alkoholkonsum in direktem Zusammenhang mit Hämorrhoidalleiden steht. Alkohol hemmt die Fähigkeit der Dünndarmschleimhaut, dem Nahrungsbrei Wasser zu entziehen – die Folge davon ist flüssiger Stuhl. Bereits veränderte Hämorrhoiden können durch häufigen Durchfall zusätzlich gereizt werden. Außerdem besteht bei Durchfall eine erhöhte Gefahr, dass Bakterien aus dem Stuhl in offene Hämorrhoiden gelangen und dort möglicherweise eine Entzündung auslösen.

Neben ballaststoffreicher Ernährung und geringem Konsum von Alkohol, gibt es für Menschen mit vergrößerten Hämorrhoiden noch mehr zu beachten.

Kaffee und besonders scharfe Speisen sollten Betroffene nur in geringen Mengen aufnehmen. Diese Lebensmittel können die Darmschleimhaut (beispielsweise rund um den After, wo die Hämorrhoiden sitzen) reizen und dadurch die Symptome verschlimmern.

Leben mit Hämorrhoiden Weitere Aspekte


Auch wenn lästige eine Verstopfung der Grund für Ihr Hämorrhoidalleiden ist, so sollten Sie doch auf Abführmittel weitestgehend verzichten. Der langfristige Gebrauch reizt die Darmschleimhaut. Das führt zu einer trägen Verdauung, was den Hämorrhoiden-Auslöser Verstopfung weiter verschlimmern kann. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob es für Sie Alternativen zu abführenden Mitteln gibt.

Außerdem wird Menschen mit Hämorrhoiden-Beschwerden empfohlen, nach erster Diagnose und entsprechendem Behandlungsansatz, den Verlauf der Hämorrhoiden regelmäßig vom behandelnden Mediziner untersuchen zu lassen. Das ist wichtig, da so Komplikationen wie

frühzeitig entgegengewirkt beziehungsweise behandelt werden können.

Analsex und Hämorrhoiden – besteht ein Zusammenhang?

Viele Menschen denken, dass Analsex bei Hämorrhoiden tabu ist, doch stimmt das? Kann Analsex vergrößerte Hämorrhoiden und dadurch Beschwerden auslösen? Nein. Sind die Schwellkörper allerdings offen, bluten oder nässen, ist Vorsicht geboten. Durch die beim Geschlechtsverkehr entstehende Reibung haben Krankheitserreger ein leichtes Spiel in die offenen Wunden zu gelangen. Dort können sie Entzündungen (die zu noch mehr Schmerzen und Blutungen führen) auslösen. Betroffene sollten sich bei Unsicherheiten an einen Mediziner wenden und beraten lassen.

Bereits als Kind wusste Pauline Zäh, dass sie einmal Redakteurin werden wollte. Lesen und Schreiben waren schon immer ihre großen Leidenschaften. Während des Journalismus-Studiums spezialisierte sie sich im Bereich Medizin. Für sie ein besonders wichtiges Feld, denn Gesundheit geht jeden etwas an. Seit 2019 ist sie Teil von kanyo®. Pauline Zäh Medizinvolontärin kanyo® mehr erfahren
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Quellen anzeigen
  • 1Gastro Liga e.V.: Chronische Obstipation (Verstopfung). URL: - Stand 16.07.2019