Hämorrhoiden-OP: Wann kommt diese Behandlung ins Spiel?

29. Oktober 2018
6 Min.

Wenn sich Hämorrhoiden vergrößern, dauert es meist nicht lange, bis sich Symptome wie Brennen, Jucken, Nässen oder Schmerzen im Afterbereich bemerkbar machen. Für Betroffene können derartige Krankheitszeichen alltägliche Handlungen wie das Sitzen auf einem Stuhl zur Qual machen. Kein Wunder also, dass bei einem Hämorrhoidalleiden eine ärztliche Behandlung empfehlenswert ist. Doch ab welchem Krankheitsstadium ist eine Hämorrhoiden-OP gängig? Gibt es mehrere Methoden dafür? Und was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Hämorrhoidektomie? Erfahren Sie es hier.

Ärztin, die Hämorrhoiden behandelt.

Darum ist eine OP bei Hämorrhoiden nicht zwangsläufig erforderlich

Sie sollten wissen, dass Hämorrhoiden – Gefäßpolster zwischen dem Enddarm und dem Afterschließmuskel – im Normalfall keinerlei Beschwerden verursachen. Eine OP kommt daher nur dann infrage, wenn sich Hämorrhoiden vergrößern und für Symptome im Analbereich wie

  • hellrote Blutungen,
  • Schmerzen,
  • Nässen,
  • Juckreiz oder
  • Brennen sorgen.

Fachpersonen fassen eine derartige Hämorrhoidenveränderung auch unter dem Begriff Hämorrhoidalleiden zusammen. Dabei sei gesagt, dass diese Erkrankung nicht bösartig und in der Regel gut behandelbar ist. Unter anderem mithilfe eines operativen Entfernens von störenden Hämorrhoiden – Mediziner nennen diese Therapiemöglichkeit auch Hämorrhoidektomie.

In der Regel ist eine Hämorrhoiden-OP jedoch eher in den Endstadien eines Hämorrhoidalleidens üblich. Je nachdem, wie heftig sich Ihre Hämorrhoiden vergrößert haben und welche Begleitsymptome in Erscheinung treten, unterscheiden Ärzte vier verschiedene Grade einer krankhaften Veränderung. Dabei befinden sich die Hämorrhoiden aufgrund ihrer Größe im Stadium drei und vier größtenteils dauerhaft außerhalb des Afters. Gegen die Symptome in den beiden Anfangsstadien – die Gefäßpolster befindet sich hier meist innerhalb des Analkanals und sind geschwollen – helfen mitunter schon Salben und Cremes wie beispielsweise Posterisan® akutAnzeige.

Hämorrhoidektomie – was es damit auf sich hat

Wenn ein Arzt einem Patienten krankhaft veränderte Hämorrhoiden chirurgisch entfernt, führt er eine Hämorrhoidektomie durch. Methoden für diese Hämorrhoiden-OP gibt es viele. Die meisten von ihnen sind im Übrigen nach den Experten, die sie erfunden haben, benannt.

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Die Hämorrhoidektomie nach Parks und die nach Ferguson sind zwei der bekannteren Varianten einer Hämorrhoidektomie:

  • Hämorrhoiden-OP nach Parks: Diese Methode bezeichnen Fachpersonen als submuköse Hämorrhoidektomie. Dabei erfolgt am störenden, knotenartigen Gebilde, das aus dem Analkanal gerutscht ist, ein Y-förmiger Schnitt. Das Hämorrhoidengewebe unter der Ausstülpung kommt nun zum Vorschein und kann mit speziellen Operationsinstrumenten entfernt werden. Zurück bleibt am Ende der OP ein T-förmiger Wundschlitz, den der Operateur abschließend vernäht.
  • Hämorrhoiden-OP nach Ferguson: Dabei handelt es sich um eine Abwandlung, die in Fachkreisen auch geschlossene Hämorrhoidektomie genannt wird. Sie baut auf der Milligan-Morgan-OP auf. Der Operateur fasst dabei mit einer Art Klemme das vergrößerte Gefäßpolster, um mit einem Skalpell die Hämorrhoide freipräparieren zu können. Nach der Freilegung bindet der Mediziner die Hämorrhoide mit Fäden ab, bevor er sie mit Operationsinstrumenten vom Körper entfernt. Abschließend erfolgt ein Zunähen der entstandenen Wunde.

Falls Sie ein Hämorrhoidalleiden haben, sollten Sie jedoch wissen, dass eine Hämorrhoiden-OP in der Regel nur dann erfolgt, wenn alle anderen Therapieoptionen – zum Beispiel Veröden, Laserbehandlung oder Gummibandligatur – nicht erfolgsversprechend für einen Patienten sind. Wenn Sie einen Facharzt suchen, der Ihnen sagen kann, ob Sie Ihre veränderten Gefäßpolster operativ behandeln müssen, sind Sie bei einem Proktologen richtig. Eine Überweisung erhalten Sie – falls nötig – von Ihrem Hausarzt.

Hämorrhoiden-OP: Wie heißen die weiteren Methoden?

Sie möchten wissen, welche anderen operativen Eingriffen es bei einem Hämorrhoidalleiden noch gibt? Dann finden Sie hier eine Auswahl:

Erfolgt eine Hämorrhoiden-OP ambulant oder stationär?

In manchen Fällen ist bei einem Hämorrhoidalleiden eine Hämorrhoiden-OP unumgänglich. Betroffene brauchen sich jedoch nicht vor Schmerzen während des Eingriffes zu fürchten. Die gängigen Hämorrhoiden-OP-Methoden erfolgen unter Vollnarkose.

Aufgrund der Tatsache, dass mit einer Hämorrhoiden-OP ein vergrößertes Gefäßpolster vom Körper – zum Beispiel mit einem Skalpell – abgetrennt wird, besteht die Gefahr, dass es zu Blutungen kommt. Dieses Risiko besteht mitunter auch noch nach der Operation.

Die meisten Patienten dürfen daher nicht sofort wieder nach Hause, wenn die Hämorrhoiden-OP beendet ist. Die Antwort auf die Frage, ob eine Hämorrhoiden-OP ambulant oder stationär erfolgt, lautet daher oft: stationär. Der weitere Aufenthalt beträgt circa drei bis vier Tage.2 Zu den ärztlichen Therapieverfahren, bei denen die Behandelten vereinzelt die Einrichtung im Anschluss an die Behandlung verlassen dürfen, zählen zum Beispiel Gummibandligaturen oder Laserbehandlungen.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin