Ein Überblick über die Behandlung beim Arzt
Ärztin, die Hämorrhoiden behandelt.

Alles auf einen Blick – ärztliche Behandlung eines Hämorrhoidalleidens

  • „Ich habe Hämorrhoiden“: Mit diesem Ausspruch meinen die meisten Menschen eigentlich, dass sie von einem Hämorrhoidalleiden betroffen sind. Die Gefäßpolster am After vergrößern sich und schwellen an.
  • Dieses äußert sich mit Symptomen wie Blutungen, Schmerzen und Nässen.
  • Abgesehen von einer konservativen Behandlung, zum Beispiel mit Salben und Zäpfchen, kann der Arzt bei weiter fortgeschrittenen Graden auch eine Operation durchführen, bei welcher die angeschwollenen Polster verkleinert werden.
  • Wenige Verfahren lassen sich ambulant umsetzen, die meisten erfordern einen stationären Aufenthalt.
  • Hämorrhoiden können zum Beispiel verödet, mit einem Gummiband abgebundengelasert oder chirurgisch im Rahmen einer Hämorrhoidektomie verkleinert werden.

Wann ist eine Hämorrhoiden-OP überhaupt nötig?


Sie sollten wissen, dass Hämorrhoiden – Gefäßpolster zwischen dem Enddarm und dem Afterschließmuskel – im Normalfall keinerlei Beschwerden verursachen. Eine OP kommt daher nur dann infrage, wenn sich Hämorrhoiden vergrößern und für Symptome im Analbereich wie

Fachpersonen fassen eine derartige Veränderung auch unter dem Begriff Hämorrhoidalleiden zusammen. Dabei sei gesagt, dass diese Erkrankung nicht bösartig und in der Regel gut behandelbar ist. Unter anderem mithilfe eines operativen Entfernens von störenden Hämorrhoiden – Mediziner nennen diese Therapiemöglichkeit auch Hämorrhoidektomie.

Weitere mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden:

In der Regel ist eine Hämorrhoiden-OP jedoch eher in den Endstadien eines Hämorrhoidalleidens üblich. Je nachdem, wie heftig sich Ihre Hämorrhoiden vergrößert haben und welche Begleitsymptome in Erscheinung treten, unterscheiden Ärzte vier verschiedene Grade einer krankhaften Veränderung.1 Dabei befinden sich die Hämorrhoiden aufgrund ihrer Größe im Stadium drei und vier größtenteils dauerhaft außerhalb des Afters. Gegen die Symptome in den beiden Anfangsstadien – die Gefäßpolster befindet sich hier meist innerhalb des Analkanals und sind geschwollen – helfen mitunter schon Salben und Cremes wie beispielsweise Posterisan® akutAnzeige.

Denken Sie daran!

Wichtig ist, dass Sie überhaupt zu einem Experten gehen und nicht zu lange zögern. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Beschwerden wirklich von einer Hämorrhoiden-Veränderung herrühren oder welcher Arzt der richtige ist, suchen Sie zunächst Ihren Hausarzt auf. Er überweist Sie bei Bedarf an einen Fachmann, einen sogenannten Proktologen. Dieser findet heraus, ob es sich bei Ihren Beschwerden tatsächlich um ein Hämorrhoidalleiden oder eine andere Erscheinung wie beispielsweise Marisken oder einen Rektumprolaps handelt. Außerdem kann er bei Bedarf die geeignetste Therapie einleiten.

Ärztliche Eingriffe zur Hämorrhoiden-Verkleinerung


Ist das Hämorrhoidalleiden bereits fortgeschritten oder lässt sich nicht mehr mit einer konservativen – also vorwiegend aus Medikamenten bestehenden – Therapie behandeln, besteht noch die Option, die vergrößerten Gefäßpolster über einen Eingriff durch einen Arzt verkleinern zu lassen. Dafür stehen dem Mediziner verschiedene Methoden zur Auswahl, die je nach Schweregrad unterschiedlich geeignet sind.

Aber tut das denn nicht alles furchtbar weh? – Nein, alle Verfahren sind so konzipiert, dass möglichst nur im Analgewebe agiert wird, wo sich keine offenen Nervenendigungen befinden. Das heißt, es werden keine Schmerzsignale weitergeleitet. Operationen erfolgen in der Regel unter Narkose.

Erfolgt eine Hämorrhoiden-OP ambulant oder stationär?

In manchen Fällen ist bei einem ausgeprägten Hämorrhoidalleiden eine OP unumgänglich. Betroffene brauchen sich jedoch nicht vor Schmerzen während des Eingriffes zu fürchten. Die gängigen Hämorrhoiden-OP-Methoden erfolgen unter Vollnarkose.

Aufgrund der Tatsache, dass mit einer Hämorrhoiden-OP ein vergrößertes Gefäßpolster vom Körper – zum Beispiel mit einem Skalpell – abgetrennt wird, besteht die Gefahr, dass es zu Blutungen kommt. Dieses Risiko bleibt mitunter auch noch nach der Operation.

Die meisten Patienten dürfen daher nicht sofort wieder nach Hause, wenn die Hämorrhoiden-OP beendet ist. Die Operation erfolgt deshalb stationär. Der weitere Aufenthalt beträgt durchschnittlich drei bis vier Tage.2 Zu den ärztlichen Therapieverfahren, bei denen die Behandelten vereinzelt die Einrichtung im Anschluss an die Behandlung verlassen dürfen, zählen zum Beispiel Gummibandligaturen oder Laserbehandlungen.

Mit einer Spritze gegen Hämorrhoiden Veröden

Sobald vergrößerte Hämorrhoiden hervortreten und Probleme bereiten, wird es neben den Basistherapiemaßnahmen – gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gute Analhygiene – Zeit, nach weiteren Behandlungsmethoden zu suchen. Eine der ersten, die Ihr Arzt wahrscheinlich in diesem Stadium des Hämorrhoidalleidens vorschlagen wird, ist das Veröden (auch Sklerosierung genannt). Das Verfahren gehört zu den konservativ-ärztlichen Behandlungsansätzen.

Mithilfe eines eingeführten Proktoskops (Untersuchungsinstrument für den Analkanal) kann der Arzt eine spezielle Lösung (Antivaricosum) in die Hämorrhoidenknoten spritzen. Das Mittel bewirkt eine gedrosselte Blutzufuhr in die Gefäßpolster, wodurch diese an Volumen verlieren. Ein stationärer Aufenthalt ist hierbei nicht nötig, der Patient kann nach der ambulanten Behandlung, die zum Beispiel in der proktologischen Praxis erfolgt, zur Genesung wieder nach Hause.

Gummibandligatur (HAL) Die Blutzufuhr abbinden

Im zweiten Grad, also wenn die Hämorrhoiden bereits eine Größe erreicht haben, bei welcher sie während des Stuhlgangs hervortreten, aber sich von selbst wieder zurückziehen, besteht die Option, eine Gummibandligatur (Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur) durchführen zu lassen. Der Proktologe zieht mit einem speziellen Instrument ein Gummiband über die vergrößerte Hämorrhoide. Die Blutzufuhr ist auf diese Weise nach dem Eingriff gedrosselt und dies führt zu einem Absterben des Gewebes – welches dann zusammen mit dem Gummiband nach 3 bis 10 Tagen über den Stuhl ausgeschieden wird.3

THD-Methode Ein “Hämorrhoiden-Lifting”?

Beim THD-Verfahren (Transanale Hämorrhoiden-Dearterialisation) geht die Strangulation der übermäßig durchblutenden Gefäßpolster einen Schritt weiter als bei der Gummibandligatur. Anstatt ein Gummi von außen überzustülpen, unterbindet der Operateur die Blutzufuhr direkt an der Arterie, indem er diese mit chirurgischem Nähmaterial umsticht. In diesem Zuge erfolgt außerdem ein Raffen des geweiteten Gewebes. So gelangt das Gefäßpolster an die anatomische Ursprungstelle zurück.

Was ist eine Hämorrhoidektomie?

Wenn ein Arzt einem Patienten krankhaft veränderte Hämorrhoiden chirurgisch entfernt, führt er eine Hämorrhoidektomie durch. Methoden für diese Hämorrhoiden-OP gibt es viele. Die meisten von ihnen sind im Übrigen nach den Experten, die sie erfunden haben, benannt.

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Dies sind die bekanntesten Hämorrhoidektomie-Varianten:

  • Hämorrhoiden-OP nach Milligan Morgen: Diese OP wird auch als Dreizipfelmethode bezeichnet. Drei, weil der menschliche Körper diese Anzahl an Hämorrhoiden-Schwellkörpern besitzt. Sind die Gefäßpolster krankhaft vergrößert, werden sie behutsam unter Vollnarkose mit speziellen Klemmen aus dem After hervorgezogen. Unter Berücksichtigung, den Schließmuskel nicht zu verletzten, umsticht der Operateur in den einzelnen Knoten die Blutzufuhr (Arterien) und schneidet das vergrößerte Gewebe mit einem Thermo- oder Elektrokauter (chirurgisches Schneideinstrument) heraus. So lässt sich ein blutungsärmerer Operationsverlauf garantieren, denn die Blutgefäße verschließen sich aufgrund der Brandwunde. Diese offene Sekundärheilung – die Wunde wird nicht zugenäht – führt zu einer Narbenbildung, die ein wiederkehrendes Hämorrhoidalleiden unwahrscheinlich macht, weil sich das Gewebe nicht mehr so ausdehnen kann.
  • Hämorrhoiden-OP nach Ferguson: Dabei handelt es sich um eine Abwandlung, die in Fachkreisen auch geschlossene Hämorrhoidektomie genannt wird. Sie baut auf der Milligan-Morgen-OP auf. Der Operateur fasst auch hier mit einer Art Klemme das vergrößerte Gefäßpolster, um mit einem Skalpell die Hämorrhoide leichter bearbeiten zu können. Nach der Freilegung bindet der Mediziner die hämorrhoidalen Arterien mit Fäden ab, bevor er den vergrößerten Gefäßpolster mit Operationsinstrumenten vom Körper entfernt. Abschließend erfolgt ein Zunähen der entstandenen Wunde (geschlossene Hämorrhoidektomie).
  • Hämorrhoiden-OP nach Parks: Diese Methode bezeichnen Fachpersonen als submuköse (unterhalb der Schleimhaut) Hämorrhoidektomie. Dabei erfolgt am störenden, knotenartigen Gebilde, das aus dem Analkanal gerutscht ist, ein Y-förmiger Schnitt. Das Hämorrhoiden-Gewebe unter der Ausstülpung kommt nun zum Vorschein und kann mit speziellen Operationsinstrumenten entfernt werden. Zurück bleibt am Ende der OP ein T-förmiger Wundschlitz, den der Operateur abschließend vernäht.

Longo-OP Mit einem präzisen Schuss Hämorrhoiden loswerden


Ab einem Hämorrhoidalleiden dritten Grades – die Polster treten bereits nach außen, sind aber mit dem Finger zurückdrückbar – ist es möglich, die sogenannte Stapler-OP nach Longo anzuwenden. Die Hämorrhoiden müssen hierfür noch ein wenig beweglich sein, um sowohl das Gewebe als auch die notwenigen Instrumente in die richtige Position bringen zu können. Bei diesem Verfahren ist die genaue Durchführung wichtig, damit nach der Operation eine erfolgreiche und weitestgehend schmerzarme Heilungsphase folgen kann.

Unter Narkose führt der Operateur einen sogenannten Stapler in den zuvor vorbereiteten und geweiteten Analkanal ein. Es handelt sich um ein Rundschneide- und Klammernahtinstrument, das in einem Schritt rundum im Mastdarm einen Streifen Schleimhaut herausschneidet und die Wunde durch Titanklammern gewissermaßen „zusammentackert“. Nachdem dieses ausgeklügelte Instrument in die notwenige Position gebracht und mit Nähten sicher fixiert wurde, erfolgt mit einem „Schuss“ die Entfernung von überschüssigem Gewebe und die direkte Verschließung der Wunde.

Falls Sie ein Hämorrhoidalleiden haben, sollten Sie jedoch wissen, dass eine Hämorrhoiden-OP in der Regel nur dann erfolgt, wenn alle anderen Therapieoptionen – zum Beispiel Veröden, Laserbehandlung oder Gummibandligatur – nicht erfolgsversprechend für einen Patienten sind.

Wenn Sie einen Facharzt suchen, der Ihnen sagen kann, ob Sie Ihre veränderten Gefäßpolster operativ behandeln müssen, sind Sie bei einem Proktologen richtig. Eine Überweisung erhalten Sie – falls nötig – von Ihrem Hausarzt.

Kontrollierte Bestrahlung mit Laser

Eine punktuelle Laserbehandlung gehört zu den Eingriffen, die ab dem dritten Grad eines Hämorrhoidalleidens umgesetzt werden. Unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose führt der Arzt eine dünne Glasfasersonde ein und bestrahlt die vergrößerte Hämorrhoiden-Region. So erfolgt eine kontrollierte Erhitzung im Inneren, das bestrahlte Gewebe stirbt ab und das Gefäßpolster schrumpft. Entstehende Schwellungen durch die Bestrahlung bilden sich nach zwei bis drei Wochen von selbst wieder zurück.4

Die Laser-Hämorrhoidektomie macht sich ebenfalls die enorme Hitze des Lasers zunutze. Der Operateur schneidet wie mit einem Laser-Skalpell das überflüssige Gewebe ab. Durch den Laser entstehen sehr glatte Wunden, die Blutgefäße werden direkt verschlossen und die Wunden können besser ausheilen. Diese Methode findet ab dem vierten Schweregrad Anwendung.

Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Die Ressortjournalistin Julia Lindert spezialisierte sich während ihres Studiums auf die Themenfelder Medizin und Biowissenschaften. Medizinische Sachverhalte in verständlicher Sprache zu formulieren, ist das, was sie an ihrer Arbeit besonders mag. Ihr Credo in Bezug auf Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten: Nichts beschönigen, aber auch keine unnötigen Ängste schüren. Julia Lindert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren