Helles Blut am Toilettenpapier: Stecken Hämorrhoiden dahinter?

29. Oktober 2018
6 Min.

Blut am After nach dem Stuhlgang ist immer ein Alarmzeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Glücklicherweise handelt es sich meist um ein weitverbreitetes, aber ungefährliches Leiden: vergrößerte Hämorrhoiden. Befindet sich nun häufiger helles Blut am Toilettenpapier, untermauert dies die Vermutung zusätzlich. Dennoch sollten Betroffene in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Erstens wird bei einer Untersuchung festgestellt, ob tatsächlich Hämorrhoiden die Ursache für das Blut am After sind oder nicht doch eine ernsthaftere Krankheit dahintersteckt. Und zweitens lassen sich veränderte Hämorrhoiden im frühen Stadium leichter behandeln als im fortgeschrittenen.

Frau auf der Toilette entdeckt Blut auf dem Toilettenpapier

Kleine Verletzungen der Hämorrhoiden verursachen Blut am After

Hin und wieder helles Blut am Toilettenpapier ohne weitere Beschwerden oder Schmerzen ist ein typisches Symptom für Hämorrhoiden ersten Grades. Hämorrhoiden sind Gefäßpölsterchen im Anus, die sich im Ruhezustand mit Blut füllen und als Schwellkörper den Darm nach außen verschließen.

Im Laufe des Lebens verändern sich die Blutgefäße. Sie leiern aus und transportieren das Blut nicht mehr so gut wie einst. Bei den Hämorrhoiden kann zusätzlich starkes Pressen beim Stuhlgang das Gewebe belasten, das in der Folge erschlafft und sich vergrößert. Die Schwellkörper ziehen sich dann während des Stuhlgangs nicht mehr vollständig zusammen. Passiert nun der Kot die Hämorrhoiden, werden sie leicht verletzt, was mitunter zu Blut am After führt.

Wissenswert: Dies begünstigt eine Vergrößerung der Hämorrhoiden

  • starkes Pressen beim Stuhlgang
  • häufiges Unterdrücken des Stuhldrangs
  • harter Stuhl aufgrund ungesunder Essgewohnheiten
  • überwiegend sitzende Tätigkeiten ohne ausgleichende sportliche Betätigung

Blut im Stuhl kann in verschiedenen Formen auftreten

Helles Blut am Toilettenpapier oder als Auflagerung auf dem Stuhl deutet immer auf eine Verletzung im letzten Teil des Verdauungstraktes, also im Dickdarm oder Anus, hin. Befindet sich die Quelle der Blutung im Dünndarm, ist das Blut mit dem Stuhl vermischt und dadurch weniger auffällig. Bei Verletzungen im oberen Verdauungstrakt hingegen verfärbt sich das Blut durch den Verdauungsvorgang dunkel und wird klebrig. Dies wird auch als Teerstuhl oder Meläna bezeichnet.

Ob es sich um frisches Blut am After oder um Blutbeimengungen im Stuhl handelt, sagt allerdings nur etwas über den Ort der Entstehung und nichts über die Ernsthaftigkeit der Verletzung aus. Blutungen können von ungefährlichen Hämorrhoiden ausgehen oder von bösartigen Tumoren. Auch entzündliche Darmerkrankungen (zum Beispiel Morbus Crohn) oder kleine Gefäßfehlbildungen (zum Beispiel Polypen) kommen als mögliche Ursache in Betracht. Nur eine ärztliche Untersuchung gibt hier Aufschluss.

Achtung, Verwechslungsgefahr: Manche Lebensmittel lassen den Stuhl nur blutig erscheinen

Rote Beete färbt den Stuhl so intensiv ein, dass es aussieht, als befände sich helles Blut am Toilettenpapier. Heidelbeeren, Lakritze und manche Medikamente, wie beispielsweise Kohle- oder Eisentabletten, erzeugen schwarzen Stuhl, der leicht mit Teerstuhl zu verwechseln ist.

Bei Blut am After nach dem Stuhlgang sicherheitshalber immer zum Arzt

Auch wenn helles Blut am Toilettenpapier zunächst kein Grund zur Panik ist, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Mit einer proktologischen Untersuchung (einer Untersuchung des Enddarms) lässt sich schnell feststellen, wo die Ursache für das Blut am After liegt. Hämorrhoiden ersten Grades sind zwar von außen noch nicht erkennbar, aber eine Enddarmspiegelung offenbart die Gewebeveränderung. Gegebenenfalls empfiehlt der Arzt eine Spiegelung des gesamten Dickdarms, um andere Krankheiten, insbesondere bösartige Tumoren, auszuschließen.

Viele Menschen fürchten sich vor einer proktologischen Untersuchung. Das sollte jedoch niemanden – aus falscher Scham – vom Arztbesuch abhalten. Ganz egal, um welche Art von Erkrankung es sich handelt, je früher sie diagnostiziert und behandelt wird, desto besser. Das gilt auch für Hämorrhoiden. Im Anfangsstadium lässt sich die Vergrößerung des Gewebes noch mit einfachen Mitteln, wie beispielsweise einer Verödung, aufhalten. Bleibt sie unbehandelt, verschlimmern sich die Symptome jedoch im Laufe der Zeit und die Möglichkeiten der Behandlung schränken sich immer weiter ein.

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Nie wieder helles Blut am Toilettenpapier: Das hilft gegen Hämorrhoiden

Im Frühstadium bilden sich vergrößerte Hämorrhoiden noch von selbst zurück, wenn Betroffene zügig Maßnahmen ergreifen. Salben oder Zäpfchen, zum Teil auf pflanzlicher Basis wie etwa FAKTU® lindAnzeige, stillen mitunter leichtere Blutungen und unterstützen das Abheilen. Für einen dauerhaften Erfolg ist jedoch eine Umstellung der Lebens- und Stuhlgewohnheiten notwendig. Eine ballaststoffreiche Ernährung und eine Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr machen den Stuhl geschmeidiger. So wird beim Stuhlgang weniger Druck benötigt. Außerdem sinkt die Verletzungsgefahr durch harten Kot, der kleine Verletzungen des Anus‘ verursachen und daher für helles Blut am Toilettenpapier verantwortlich sein kann. Mehr Bewegung aktiviert die Durchblutung und strafft die Gefäße, sodass sich die Hämorrhoiden wieder besser zusammenziehen.

Peggy Richter
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Freiberufliche Redakteurin