Riss am After – was hilft bei einer Analfissur?

29. Oktober 2018
7 Min.

Blut im Kot und Schmerzen beim Stuhlgang – die Symptome einer Analfissur sind unangenehm. Doch damit leben muss niemand. Wie sieht die Behandlung einer Analfissur aus und was kann Beschwerden lindern? Wann ist eine Operation nötig? Erfahren Sie hier mehr dazu.

Arzt erklärt Patient die Entstehung einer Analfissur

Analfissur: Die Symptome

Bei einer Analfissur handelt es sich um einen Riss der empfindlichen Haut des Analkanals (Anoderm). Mediziner unterscheiden zwischen akuter und chronischer Form. Bei einer akuten Analfissur verheilt der wenige Zentimeter große, meist oberflächliche Riss am After nach ein paar Tagen wieder von selbst. Bei einer chronischen Fissur bleibt diese Heilung aus (zum Beispiel durch Verunreinigung der Wunde oder erneute Reibung). Eine dicke Hautfalte entsteht am After, die in ihrem Aussehen einem Geschwür ähnelt.

Folgende Beschwerden sind typisch für einen Riss am After:

  • starke Schmerzen beim Stuhlgang (und häufig danach)
  • hellrotes Blut im Stuhl
  • Jucken und Brennen (rund um den After)
  • schmerzhafte Analkrämpfe (Verkrampfung der Schließmuskulatur)

Wenn Sie Blut im Stuhl entdecken oder unter starken Schmerzen im Analbereich leiden, sollten Sie möglichst zeitnah einen Arzt aufsuchen. Hinter diesen Symptomen können nicht nur vergleichsweise harmlose Analfissuren, sondern auch ein Hämorrhoidalleiden oder ernst zu nehmende Erkrankungen (zum Beispiel Darmtumore), stecken. Eine frühzeitige Abklärung ist daher umso wichtiger.

Behandlung einer Analfissur

Spezielle Salben und Zäpfchen können akute Schmerzen, ausgelöst durch einen Riss am After, lindern. Sie enthalten unter anderem Inhaltsstoffe, die lokal betäubend wirken und die Heilung der Analfissur unterstützen. Bei einer chronischen Analfissur sorgen diese Mittel allerdings nur vorübergehend für Besserung. Langfristig ist in diesem Stadium meist eine Operation der Analfissur nötig.

Früher setzten Fachärzte bei einem Riss am After häufig auf eine laterale Sphinkterotomie (Einschnitt des Schließmuskels, wodurch sich dieser entspannen sollte) oder auf eine Schließmuskeldehnung (unter Betäubung durchgeführt). Der dadurch entspannte Schließmuskel sollte den Druck auf den Analkanal lindern. Beide Verfahren kommen nur noch selten zum Einsatz, da sie leicht zu Komplikationen (zum Beispiel Stuhlinkontinenz) führen können.

Heute wird meist eine Fissurektomie durchgeführt. Dabei entfernt der Chirurg sämtliches verändertes Gewebe (Hautfalte am After). Die Schließmuskulatur bleibt in der Regel unverletzt. Lediglich bei bereits bestehenden Analfisteln (entzündete Gänge in der Analregion) legt der Mediziner den Schließmuskel an der Oberfläche ein wenig offen. Die Operation der Analfissur wird ambulant oder stationär und je nach Gesundheitszustand des Patienten eventuell unter Narkose durchgeführt.

Was liegt wo?

Der äußere Schließmuskel liegt am Darmausgang und umfasst den After. Er ist zum Beispiel dafür zuständig, dass der Darm auch während des Schlafens abgedichtet ist. Der innere Schließmuskel umschließt den Analkanal und kann dagegen bewusst gesteuert werden sowie die Darmentleerung unterstützen. Da es sich bei einer Analfissur um einen Riss im Analkanal handelt, müssen Ärzte bei einer Operation vor allem darauf achten, den inneren Schließmuskel nicht zu verletzten (da er direkt an den Analkanal grenzt).

Gründe für einen Riss am After

Bei den Ursachen unterscheiden Mediziner zwischen primären und sekundären Fissuren. Hauptgrund für eine primäre Analfissur ist ein anales Trauma. Dabei entsteht ein Riss in der Haut des Analkanals entweder durch starke Überdehnung (zum Beispiel beim Analsex) oder sehr festen, harten Stuhl. Zu solch festen Stuhl, der unter Druck herausgepresst wird, kann es bei chronischen Verstopfungen kommen.

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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind ein möglicher Auslöser für sekundäre Fissuren. Bei beiden Krankheitsbildern leiden Patienten häufig unter starken Durchfällen (Diarrhö). Der Analkanal ist dadurch ständig gereizt. Ein Riss am After entsteht dann schnell. Ebenfalls können vergrößerte Hämorrhoiden die Wahrscheinlichkeit einer Analfissur erhöhen. Wie Diarrhö reizen auch die verdickten Schwellkörper die Schleimhaut des Analkanals und machen sie anfälliger für Risse.

Analfissur – Vorbeugung möglich?

Da ein Riss am After häufig durch Verstopfungen und damit verbundenes starkes Pressen beim Stuhlgang entsteht, ist es sinnvoll, zur Vorbeugung für einen weichen Stuhl zu sorgen. Zwei Punkte spielen dabei eine wesentliche Rolle: Bewegung und Ernährung. Sie müssen nicht gleich auf sportliche Höchstleistungen setzen. Schon kleine Veränderungen im Alltag (zum Beispiel Treppensteigen statt Aufzugfahren) beeinflussen die Verdauung positiv. Bei der Ernährung sollten Sie auf Ballaststoffe achten – diese regen die Darmaktivität an. Gute Ballaststoff-Lieferanten sind unter anderem Vollkornprodukte, Gemüse (zum Beispiel Paprika und Rosenkohl) sowie Hülsenfrüchte (Erbsen und Bohnen).

Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Experten empfehlen bei Erwachsenen mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag, am besten in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee.1 So bleibt der Stuhl weich und geschmeidig. Wer diese Punkte beachtet, hat zwar keine 100-prozentige Garantie einem Riss am After aus dem Weg zu gehen, er kann das Risiko dafür aber senken.

Wie wahrscheinlich ist die Heilung?

Bei einer akuten Analfissur stehen die Heilungschancen sehr gut, wenn der Betroffene seine Ernährung und körperliche Aktivität umstellt. Salben und Zäpfchen unterstützen die Regeneration der Haut. Auch bei einer chronischen Analfissur ist nach einer Operation eine Genesung wahrscheinlich. Allerdings muss der Patient seine Lebensgewohnheiten anpassen, damit es nicht erneut zum Riss am After kommt.

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