Mit einem Kissen dem Hämorrhoiden-Schmerz den Kampf ansagen

29. Oktober 2018
6 Min.

Egal ob im Auto, in der Arbeit, beim Essen oder gemütlich auf der Couch – der Mensch sitzt täglich um die 7,5 Stunden. Doch kann erholendes und auch zweckmäßiges Hinsetzen, zum Beispiel bei Fahren eines Fahrzeugs, zur Qual werden, wenn Sie ein Hämorrhoidalleiden haben. Erfahren Sie, wie ein spezielles Kissen bei Hämorrhoiden Abhilfe schaffen kann.

Hämorrhoiden-Kissen

So werden Hämorrhoiden-Kissen angewendet

Die Benutzung eines Hämorrhoiden-Kissens ist denkbar einfach und schnell erklärt: Ganz gleich wohin Sie sich setzen möchten, Sie legen das Kissen unter. Mithilfe des Kissens beziehungsweise Rings lässt sich eine Schmerzlinderung und Entlastung der Analregion erzielen. Betroffene, die beruflich einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nachkommen oder lange Zeit im Auto sitzen müssen, können so die Beschwerden lindern.

Die Funktion der Kissen bei Hämorrhoiden ist vor allem die der Druckentlastung. Die Aussparung in der Mitte des Kissens ermöglicht eine freie Lagerung des empfindlichen Gewebes im Analbereich. So kommt es zu keinem direkten Kontakt mit der Sitzfläche.

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Durch die Verwendung eines Sitzkissens oder Sitzrings werden

  • Druckgeschwüre verringert,
  • die Wirbelsäule entlastet und
  • die Durchblutung gefördert.

Übrigens: Auch bei Ischiasschmerzen kann das Kissen zum Einsatz kommen. Die Beschwerden entstehen, wenn sich eine Nervenwurzel vom Ischiasnerv entzündet oder eingeklemmt wird. Typisch sind Schmerzen im unteren Rückenbereich, die am Nerv entlang bis in die Beine ausstrahlen.

Es empfiehlt sich, das Sitzkissen ab den ersten Anzeichen bis zum vollkommenden Verschwinden des hämorrhoidalen Leidens zu benutzen. Auch für Frauen in der Schwangerschaft ist es vorbeugend sehr ratsam, denn bei ihnen ist das Risiko höher, vergrößerte Hämorrhoiden zu bekommen. Musste im Rahmen der Hämorrhoiden-Behandlung ein operativer Eingriff vorgenommen werden, verhindert das Kissen auch den direkten Druckkontakt mit der Sitzfläche.

Um eine möglichst gute Wirkung – Druckentlastung und Entspannung des Analbereichs – zu erzielen, macht es Sinn, sich mit den unterschiedlichen Ausführungen von Hämorrhoiden-Kissen zu beschäftigen.

Tipp: Wenn Sie die meiste Zeit des Tages sitzend verbringen, stehen Sie mindestens einmal die Stunde auf, gehen Sie ein paar Schritte (zum Beispiel zum Drucker) und strecken Sie sich intensiv. Das kann die Entstehung von Hämorrhoiden verhindern, bereits bestehende entlasten und den Kreislauf in Schwung bringen.

Hämorrhoiden: Diese verschiedenen Kissen-Formen gibt es

Sitzkissen ist nicht gleich Sitzkissen – es gibt Hämorrhoiden-Kissen in unterschiedlichen Ausführungen und Materialien. Häufig sind sie in Form eines Rings, einem Donut ähnlich, erhältlich, der durch das Loch in der Mitte die Druckentlastung ermöglicht.

Die meisten Kissen funktionieren über dieses Prinzip, wenn sie nicht in Ringform sind, haben sie zumindest eine Aussparung für den Analbereich. Wieder andere Sitzpolster werden aus bestimmten Materialien hergestellt. Hier geht die Bandbreite von Schaumstoff über Gel bis hin zu Luftpolster und Sie können nach Belieben wählen. Eine Keilform, also nach hinten höher werdend, ist besonders gut für die Sitzhaltung. Damit entlasten sie nicht nur den Analbereich, sondern auch die Wirbelsäule.

Sitzring auf Rezept? Wie Sie an ein Hämorrhoiden-Kissen kommen

Sitzringe gegen hämorrhoidale Beschwerden unterstehen keiner Verschreibungspflicht, das heißt, Sie sind nicht auf ein Rezept von Ihrem Arzt angewiesen. Hämorrhoiden-Kissen gehören zu den frei in Apotheken oder Sanitätshäusern erhältlichen Artikeln. Mittlerweile können Sie sie aber auch bequem von Zuhause aus im Internet bestellen. Es ist sehr zu empfehlen, sich ganz individuell im Sanitärfachhandel oder in der Apotheke beraten zu lassen, damit Sie das für sich ideale Kissen nach persönlichen Vorlieben und Beschwerden entsprechend finden.

Hämorrhoiden – ein Ring aus Blutgefäßen

Rein anatomisch betrachtet, hat jeder Mensch Hämorrhoiden: Es handelt sich dabei um ein in Form eines Ringes angelegtes Blutgefäßpolster, welches zwischen dem Mastdarm (Enddarm oder auch Rektum genannt) und dem After liegt. Zusammen mit dem Schließmuskel haben sie die Aufgabe, die Ausscheidung des Stuhlgangs zu kontrollieren.

Mit der Begriffsherleitung aus dem Griechischen lässt sich auch die Funktionsweise erklären: Hämorrhoiden bedeutet so viel wie „Blutfluss“. Durch Anschwellen und damit Verengung des „Rings“ kann der Stuhl im Darm gehalten werden – durch Abschwellen kommt es dann zur Absetzung. Dies ist ein willkürlicher, also bewusst steuerbarer Prozess. Nachdem das Signal über einen möglichen Stuhlgang von Nerven im Mastdarm an das Gehirn gesendet wurde, kann die Person entscheiden, ob sie dem gleich oder später nachkommt.

Carolin Stollberg
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Medizinredakteurin
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